Konsum
Pilotversuch in Sachen Hasch: Olten jetzt! will Oltner Stadtrat zum Experiment bitten

Olten jetzt! will über Versuch Erkenntnisse gewinnen zum Cannabisgebrauch mit nicht medizinischem Zweck.

Urs Huber
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Der Konsum von Cannabis ist auch in Olten verbreitet.

Der Konsum von Cannabis ist auch in Olten verbreitet.

Oltner Tagblatt

Mitte November wurde das Postulat eingereicht. Tobias Oetiker und Laura Schöni (beide Olten jetzt!) laden damit den Stadtrat von Olten ein, in Zusammenarbeit mit der Suchthilfe Ost in Olten einen Pilotversuch zu starten zum Umgang mit Cannabis zu nicht medizinischem Zweck. In seiner Begründung schreibt das Duo, die eidgenössischen Räte hätten an ihrer Herbstsession 2020 das Betäubungsmittelgesetz so geändert, dass nun das Bundesamt für Gesundheit Pilotversuche mit Cannabis bewilligen könne.

In Olten sei der Freizeitkonsum von Cannabis verbreitet. «Mit einem Pilotversuch können wertvolle Erfahrungen bezüglich einer allfälligen zukünftigen Legalisierung gesammelt werden», so die Postulanten weiter.

Stadtrat empfiehlt, Postulat erheblich zu erklären

In ihrer Antwort gibt die zuständige Stadträtin Marion Rauber zu verstehen, der Stadtrat stehe einem Pilotversuch wohlwollend gegenüber und sei auch ­bereit, einen solchen zu unterstützen. Er sei ebenfalls bereit, eine mögliche Trägerschaft ­aktiv anzufragen. Er empfehle daher, den Vorstoss erheblich zu erklären.

Gemäss stadträtlichem Antwortschreiben dürfen nur Pilotversuche durchgeführt werden, die «der Gewinnung wissenschaftlicher Erkenntnisse» dienen. Und zwar hinsichtlich der Auswirkungen von Massnahmen, Instrumenten oder Vorgehensweisen betreffend den Umgang mit Betäubungsmitteln des Wirkungstyps Cannabis. Insbesondere müssen daraus Schlüsse in den Themenfeldern Gesundheit der Konsumentinnen und Konsumenten, Konsumverhalten, sozioökonomische Momente, bezüglich des regionalen Drogenmarktes, des Jugendschutzes sowie der öffentlichen Ordnung und Sicherheit gezogen werden können.

Grundsätzlich eine medizinische Trägerschaft

Der Stadtrat von Olten legt in seiner Antwort auch Wert auf die Feststellung, dass ein Pilotversuch grundsätzlich von einer Trägerschaft aus dem medizinischen und sozialpsychiatrischen Bereich durchgeführt werden muss. Die Trägerschaft für die substitutionsgestützte Behandlung Herol Olten etwa ist das Behandlungszentrum für Abhängigkeitserkrankungen, einer Abteilung der psychiatrischen Dienste in Solothurn. Aber auch andere Trägerschaften wären denkbar.

«Die Direktion Soziales steht bereits in diesbezüglichem Kontakt mit der Suchthilfe Ost», so Marion Rauber auf Anfrage. Daneben werde aber sicher auch die Herol in die Abklärungen einbezogen, so die Stadträtin weiter. Aus Sicht der Direktion Soziales sollte eine Cannabisabgabe über Apotheken erfolgen.