Peter Säuberli zeigt im Schauraum noch bis 12. März einen Querschnitt durch sein Schaffen. In Teufenthal 1930 geboren, wo er heute noch in seinem gugelhupfartigen Hause lebt, machte er vorerst eine Lehre als Silberschmied und 1958 legte er die Goldschmiedeprüfung ab. Er eröffnete sein Atelier in Teufenthal, beschäftigte sich zudem mit dem Zeichnen und Malen.

Dann lancierte er 1963 sein Gold-und Silberschmiedeatelier in Olten an der Ringstrasse, welches er bis 2003 betrieb. Er war und ist für Olten eine Künstlerpersönlichkeit mit einer langen, intensiven und spannenden Geschichte. Die meisten Kunstschaffenden kannte er, war zum Teil freundschaftlich mit ihnen verknüpft, kannte aber auch viele Oltner und Oltnerinnen, die seine kreative Arbeit in der Silber-und Goldschmiedetätigkeit schätzten.

Er war ein aussergewöhnlicher Künstler. Das erkannt auf Anhieb, wer den Schauraum betritt. Das grosse Wandbild auf Stoff, eine eigenwillige Darstellung des Abendmahls, aber auch andere Bilder und Zeichnungen mit Figuren, in Gruppen, rhythmisch aufgebaut, in wundersamen Hell- und Dunkelkontrasten faszinieren. Man taucht ein in eine eigenwillige, höchst originelle Welt von zeichnerischen Elementen, die sich meist geordnet in einem bestimmten Rhythmus in einem Bildraum erkennen lassen.

Avantgardistisch geprägt

Seine moderne, avantgardistisch geprägte Malerei zieht den Betrachtenden sofort in ihren Bann. Man erkennt Anordnungen von Chören, Vereinen oder Sitzungen, die in ihrer klaren Ordnung bestechen. Männer an einem Stammtisch sitzend mit gesenkten Köpfen fesseln und sind von einmaliger Eindrücklichkeit.  Anordnungen auf einem Tisch mit Krug, Gläsern und ovalen Teller erkennt man, so als würde man da an einer Auslegung teilhaben.

Seine Zeichnungen, Bilder nehmen jeden gefangen, sind sie doch in sich von einmaliger Klarheit. Der eigenen Fantasie setzen sie Grenzen, man sucht nach Antworten, weshalb sie eine solch dominante Stellung einnehmen, und erkennt, dass Dinge nie nur einfach Dinge sind, sondern alle ihre Geschichte haben, ihren Hintergrund, Inhalte, die vom Leben erzählen, vom Kommen und Gehen.

«Tu nie etwas auch»

Besonders spannend ist es, in die Welt seiner Gold-und Silberschmiedearbeiten einzutauchen. Schmuckstücke, Kunstwerke der besonderen Art. Eine Schulterbrosche, Hand-und Fingerschmuck, raffinierte Halsgebilde, ungewöhnlicher Kopfschmuck, Gürtel, Stirnreifen, Zierhelme, die ausserhalb der Norm stehen, begeistern.

Peter Säuberli liebt das Ungewöhnliche. Der Karneval in Venedig inspirierte ihn zu einem wunderschönen grossen Bild, zu vielen Zeichnungen, aber auch zu Masken aus Aluminium. Er ist tatsächlich ein Künstler, der nie das tat, was andere von ihm erwarteten, ganz nach dem Buchtitel «Tu nie etwas auch». Witzig, hintergründig und liebenswürdig.

Das Ausstellungskonzept schufen mit viel Einfühlungsvermögen und künstlerischem Sinn Brigitt Lattmann und Daniel Bürgin, interessant ist das dazu erschienene Buch mit Texten von Peter Säuberli, Peter Killer, und Daniel Bürgin mit vielen wunderschönen Abbildungen.

Finissage: So 12. März, 16-18 Uhr.