Olten
Peter Reber im Schwagertheater: «Ich hoffe, dass sich Amerika bei den Wahlen nicht trumpiert.»

Im Schwagertheater erfolgte der Auftakt zu Peter Rebers Tournee mit «24 Adväntsgschichte». Eingeladen dazu hatte der Weltbildverlag.

Trudi Stadelmann
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Peter Reber gastierte zum Tourneeauftakt von «24 Adväntsgschichte» in Olten.

Peter Reber gastierte zum Tourneeauftakt von «24 Adväntsgschichte» in Olten.

zvg

Am Mittwochabend startete Peter Reber seine Tournee «Adväntsgschichte». Dieses ist vor kurzem im Weltbildverlag erschienen. Lukas Heim, Verlagsleiter, durfte an die hundert Gäste im Schwagertheater begrüssen. Dieses bot den passenden Rahmen für Rebers Ge-schichten und Lieder.

Die Geschichten könnten unter-schiedlicher nicht sein. Da findet sich die klassische vom kleinen Stern mit zwei abgebrochenen Zacken, der aber voller Vorfreude derart strahlt, dass er von Petrus zum Weihnachtsstern ernannt wird. Auf dem Flyer ist zu lesen: «Das Programm eignet sich nicht für Kinder unter 12 Jahren.»

Die Warnung ist berechtigt, ist doch auch eine wahrlich mörderische Geschichte zu hören. Ohne zu viel zu verraten: es geht um eine Blautanne, Feng Shui und um eine Motorsäge, die funktioniert. Kritische Töne finden sich im Text über einen Samichlaus, der Anfang November im Supermarkt seine Ausrüstung erneuern will.

Ob des «Weihnachtsausverkaufs», meint er, er habe sich im Datum «trumpiert» (berndeutsch «sich vertan haben»). Hier erlaubt sich Reber ein kleines Wortspiel «Ich hoffe, dass sich Amerika bei den Wahlen nicht trumpiert.»

Peter Reber ist aber hauptsächlich einer der bekanntesten Sänger und Liederschreiber der Schweiz. So versteht es sich von selbst, dass er auch seine Lieder zum Besten gibt. So besingt er Lina Moser, «abgrundtief wüescht, hässlich wie d’Sünd». Ihr strahlendes Lächeln führt aber dazu, dass sie von allen nur Mona Lisa genannt wird.

Nach der Pause folgte ein kurzer Talk zwischen dem Verlagsleiter Heim und Reber. Heim wollte wissen, wie der Sänger schreibe. Er habe oft Ideen, irgendwo unterwegs. Zum Glück habe Livia, seine Frau immer ein Notizblöcklein bei sich, so gehen die Gedanken nicht verloren.

Ansonsten gehe er wie andere Schriftsteller sehr strukturiert vor. Er setze sich hin und schreibe, das funktioniere eigentlich immer. Die letzten zwei Jahre waren sehr intensiv, er und seine Frau haben keine Ferien machen können. Musical, Buchprojekte hätten beide gefordert. Deshalb sei wieder eine Auszeit geplant.

Von Januar bis März 2017 werden die beiden Australien erkunden, diesen Teil der Welt sei ihnen noch unbekannt. Den Schlusspunkt setzte Reber aber noch einmal mit Geschichten und Liedern und entpuppte sich an diesem Abend auch als begnadeter Schriftsteller.

Als Schlusspunkt gab er die «Kleine Nachtmusik» von Mozart zum Besten, dies auf einer Steeldrum. Für ihn war aber noch lange nicht Schluss, mit einer schier endlosen Geduld erfüllte er die Autogrammwünsche seiner Fans. Seine Tournee wird ihn in den nächsten Wochen durch verschiedene Kleintheater der Deutschschweiz führen.

«24 Adväntsgschichte» und weitere Werke von Peter Reber sind in allen Weltbildfilialen und Buchhandlungen erhältlich.