Persönlich
Wohin geht meine Stimme? Dahin!

Urs Huber
Urs Huber
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Was ist eine Stimme eigentlich Wert? (Archiv)

Was ist eine Stimme eigentlich Wert? (Archiv)

Christian Schwier

Staunen Sie manchmal auch? Staunen über den Umstand, dass Frauen und Männer zum fast gleichen Zeitpunkt für zwei unterschiedliche Mandate kandidieren. Und recht häufig vom Wahlvolk auch für beide Aufgaben mandatiert werden.

Eigentlich ein schöner Erfolg für das jeweilige Individuum. Meist aber erklärt dieses dann zwei, drei Tage nach der erfolgreichen Wahl, es konzentriere sich jetzt auf das eine Mandat und verzichte auf das andere. Dann rückt jemand nach, der oder die eigentlich gar nicht gewählt wurde. Parteistrategie? Machtverständnis? Das Mandat jedenfalls ist gerettet.

Ich halte Wählen für einen durchaus edlen Akt, das Gewähltwerden übrigens auch. Vor allem aber möchte ich, dass meine Wählerstimme ernst genommen wird und nicht durch die individuelle Priorisierung einer Person, der ich zuvor (ver)traute, ihren Wert einbüsst.

«Ach, Huber!», höre ich eine Stimme aus dem Off sagen und anhängen: «Du bist ein Fantast!» Politik sei nur während des Wahlkampfs Schöngeisterei, daneben knallhart. Eben drum: Meine Stimme ist das einzig knallharte Element, welches ich einzubringen im Stande bin. Umso ernüchternder, wenn sie dann einfach so zerfliesst.