Persönlich
Mehr Farbe

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Der Rasen beim Bifangschulhaus ist immerhin grün.

Der Rasen beim Bifangschulhaus ist immerhin grün.

Bruno Kissling

Komisch; bis vor kurzem konnte ich mit der ewig plakativen Forderung nach mehr Farbe in der Stadt nichts anfangen. Ich fand sie irgendwie plump, zu künstlich, affektiert. So etwas wie state of the art der Nonkonformisten, als es state of the art noch gar nicht gab; jedenfalls nicht im deutschen Sprachgebrauch.

Nun habe ich vor ein paar Tagen mein Auto an der Oltner Bifangstrasse Fahrtrichtung alte Aarauerstrasse parkiert und blieb, weil noch Zeit war, ein paar Minuten im Wagen sitzen. Beim Blick durch die Windschutzscheibe fiel mir auf, dass in dieser Gegend nur zwei Hauptfarben vorkommen: Grau und Braun. Selbst sanierte Bauten wirken in ihrer Farbsprache wie Repräsentanten einer kaum mehr zu überbietenden Ödnis.

Ok: Bei der kaufmännischen Berufsschule gibt’s grünfarbene Fassadenelemente und der Rasenplatz vor dem Bifangschulhaus ist auch grün. Beides muss, so vermute ich spontan, auf einem Irrtum beruhen. Seinerzeit hatte der Architekt wohl andersfarbene Elemente bestellt, sicherlich braune. Bloss: Die Grünen waren günstiger zu haben. Logisch.

Beim Rasen allerdings gerät meine Vermutung ins Schlingern. Rasen ist einfach grün, da kann man nichts machen. Aber sollte mal einer mit einer Grauzüchtung daherkommen: Ich glaub’, der hätte hier eine echte Chance.