Persönlich
Letzte Chance für die Winterfasnacht?

Urs Huber
Urs Huber
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Fasnacht im Sommer und schwitzen wie ein Affe? «Ach, lieber nicht», denkt unser Autor.

Fasnacht im Sommer und schwitzen wie ein Affe? «Ach, lieber nicht», denkt unser Autor.

Bruno Kissling / Oltner Tagblatt

Ehrlich: Die Fasnächtlerinnen und Fasnächtler im Kanton ringen mir Respekt ab. Während man sich wegen Omikron in Basel relativ seriös überlegt, die «drey scheenschte Dääg» im Sommer zu feiern, habe ich diese Forderung hierzulande noch nie gehört.

Klar: Irgendein Spassvogel wird die Idee sicher mal an irgendeinem Tisch in irgendeine Runde geworfen haben. Aber im allgemeinen Gelächter darüber wird sie, die Idee, abgetaucht sein.

In Basel hört man, die Jungen müssten endlich wieder mal die Chance bekommen, aufzutreten. Immer nur üben? So ne Saych! Binggis und Co. würden der Fasnacht sonst davonlaufen. Oder: Die Fasnacht würde den Baslerinnen und Baslern davonlaufen. «Fasnacht im Sommer!», hör’ ich die Bebbi skandieren. Ultimativ.

In Olten, in Solothurn, in Grenchen ist wahrscheinlich einfach das Bedauern gross. Die Beizer jammern ein bisschen, die Berufsfasnächtler auch und die andern üben sich im Warten. «Was will man machen?», fragen sie sich und wissen keine Antwort. Mir gefällt das. Ich wüsste nämlich auch keine. Nichtwissen verbindet. Die Gewissheit, dass die Winterfasnacht vorläufig weiterlebt, jedenfalls bei uns, übrigens auch.

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