Persönlich
Die Rückkehr meiner Wetterfurcht

Urs Huber
Urs Huber
Drucken
Teilen
Starkregen – ein beängstigendes Phänomen (Archiv).

Starkregen – ein beängstigendes Phänomen (Archiv).

zvg

Als Kind fürchtete mich Donnergrollen, erschreckten mich zuckende Blitze, krachender Donner. Wir sprühten, das weiss ich noch, jeweils Weihwasser aus einem Fenster unseres Wohnhauses ins Freie und hofften, so Milde zu erwirken.

Mittlerweile, so glaubte ich bis Montagabend, hatte ich meine meteorologisch bedingte Furcht überwunden, konnte mich nichts erschüttern und gegen Bilder, die mich von Katastrophen in andern Gebieten dieser Welt erreichten, war ich schreckimmun.

Vorbei. Ich weiss nicht, wie lange dieser Starkregen anhielt. Aber eine halbe Stunde sicher. Gefangen im Auto. Das Wasser hämmerte (ich kenne kein besseres Wort) auf Autodach und Windschutzscheibe. Auf der leicht abschüssigen Strasse bildeten sich Bäche. Die drängten über den Vorplatz Richtung Haus, Garage, Holzschopf. Unaufhörlich. Über die Windschutzscheibe fegte die Gischt und liess die Landschaft zerfliessen, die Nachbarhäuser geisterten vor meinen Augen hin und her. In bis zur Unkenntlichkeit entstellten Konturen. Ich wusste nicht, dass Wasser optisch so verzerren sein kann. Furcht.

Nun: Das Haus hielt und blieb, soweit ich festgestellt habe, trocken. Trost auf Zeit? Was kommt da noch?

Aktuelle Nachrichten