An der von 881 Genossenschaftern besuchten und vom einheimischen Conférencier «Mige» Stalder mit zahlreichen Bonmots gespickten 117 . Generalversammlung der Raiffeisenbank Untergäu wurde Patrick Kissling einstimmig als neuer Verwaltungsrat gewählt. Der in Wangen wohnhafte Architekt ist mit seinem Fachwissen laut VR-Präsident Viktor Müller eine ideale Ergänzung des strategischen Führungsgremiums der Bank.

Zwar war 2019 kein Wahljahr. Weil aber mit Silvia Müller, Philipp Nellen und Peter Büttiker gleich drei Mitglieder des siebenköpfigen Verwaltungsrats auf die GV 2020 hin ihren Rücktritt angekündigt haben, wurde der VR im Sinne der Kontinuität für ein Jahr auf acht Sitze erhöht. «So kann Patrick Kissling wertvolle Erfahrungen mit den bisherigen Mitgliedern sammeln», unterstrich Viktor Müller.

Unverändert hohes Vertrauen

Der VR-Präsident kam in seinem Jahresbericht ausführlich auf die Turbulenzen bei Raiffeisen Schweiz zu sprechen und erläuterte die organisatorischen und personellen Konsequenzen am Hauptsitz in St. Gallen. Zwar hat die Raiffeisenorganisation laut Viktor Müller wegen der Causa Vincenz «einen Reputationsschaden davongetragen. Doch die Kunden bringen Raiffeisen ein unverändert hohes Vertrauen entgegen – dank der ausgezeichneten Arbeit der einzelnen Banken.»

So konnte Roland Bannwart, Vorsitzender der Bankleitung, denn auch trotz des schwierigen Umfelds auf ein «tolles Ergebnis in einem schwierigen Umfeld» zurückzublicken. Die Bilanzsumme (876,9 Millionen Franken und die Kundenausleihungen (697,4 Millionen Franken) bewegten sich zwar im Bereich des Vorjahres. Ihr Kerngeschäft, die Hypothekarforderungen, steigerte die Raiffeisenbank Untergäu jedoch um 1,4 Prozent auf 706,1 Millionen Franken. «Wir behaupteten damit erfolgreich unsere starke Position im Hypothekargeschäft, und dank der sorgfältigen Risiko- und Bonitätsprüfung konnten wir die sehr hohe Qualität unseres Portfolios sicherstellen», betonte Roland Bannwart. Gewisse Sorgen bereitet ihm einzig die unter 1 Prozent (0,99) gesunkene Zinsmarge – «und da ist leider kein Land in Sicht.»

Neues Beraterbank-Konzept

In Sicht ist jedoch das neue Beraterbank-Konzept der Raiffeisenbank Untergäu. «Wir haben im Frontbereich unserer Bankgebäude seit längerer Zeit nichts mehr gemacht und wollen mit baulichen Massnahmen neue Erlebnisse und positive Emotionen wecken», sagte Roland Bannwart. So wird die Bank in Wangen bereits 2019 baulich angepasst, Kappel folgt 2020, und für Hägendorf werden die Pläne an der nächstjährigen GV offengelegt. Für Gunzgen wird der Verwaltungsrat laut Viktor Müller im laufenden Jahr entscheiden, welche Dienstleistungen dort in Zukunft angeboten werden. Passend zum neuen Beraterbank-Konzept gab es an der vom Volksrocker Willy Tell musikalisch umrahmten GV in der Raiffeisen Arena erstmals einen Messestand. Dort konnten sich die Genossenschafter mit den Bankangestellten unterhalten und sich aus erster Hand über Alternativen zum herkömmlichen Sparen (beispielsweise Fonds oder Termingeldanlagen) informieren.