Olten

Patent Ochsner begeistert in der Schützi vor vollen Rängen

Büne Huber zeigt auf dem neuen Album etwas mehr Lebensfreude, ohne die Tiefgründigkeit zu verlieren.

Büne Huber zeigt auf dem neuen Album etwas mehr Lebensfreude, ohne die Tiefgründigkeit zu verlieren.

«Finitolavoro» – die Serie der Album- Trilogie endet und die Ochsners gastieren erneut in der ausverkauften Schützi.

Aus dem ehemaligen Rumpelorchester wurde ein harmonisches Ensemble mit Streicher- und Bläsereinlagen, wunderbaren Chören und einem geschickten Mix aus eingängigen, witzigen und berührenden Texten von Büne Huber.

Fokus auf gute Texte

Das Wortwelten.Kollektiv Olten um den Verein art i.g. und die Crew des Kulturzentrums Schützi veranstaltet seit ein paar Jahren in der Schützi Events mit dem Fokus auf gute Texte. Patent Ochsner erfüllt dieses Ziel seit je und ist seit Jahren ein Highlight im Konzertprogramm der Stadt.

Der Sänger Büne Huber bewies auf dem neuen Album etwas mehr Lebensfreude, ohne die Tiefgründigkeit zu verlieren. «Finitolavoro» ist kein Schluss oder Abschiedsbrief, es sind Lieder um Anfang, Abschluss und Neubeginn.

Er nimmt Abschied von lieben Menschen, der Tochter, die auszieht, oder erzählt Geschichten, welche neue Wendungen nehmen. Er schwelgt aber auch in Begeisterung, Lebensfreude und Überschwänglichkeit.

Eben erst ist er erneut Vater geworden, sein neues Leben und die Liebe lassen ihn neue Geschichten schreiben. Mit «Ausklaar!» schuf er ein überschäumendes Kinderlied und die Band lebte dies auch auf der Bühne. Alles klar, es geht los, man spürt die Spielfreude der Band von Beginn an.

30 Jahre Bandgeschichte

Olten konnte eine Tour durch über dreissig Jahre Bandgeschichte erleben. Das neue Album stand im Fokus, doch das Orchester nutzte auch die Vergangenheit und spielte Klassiker. Bereits als zweiter Song war «Fischer» auf dem Programm und das Publikum sang lauthals mit.

Es folgte «Sunny Side up» wobei der Gitarrist Disu Gmünder überraschend, jedoch sehr souverän, den Rap-Teil übernahm, welcher auf dem Album mit dem Solothurner Musiker Manillio aufgenommen wurde.

Mit «Guet Nacht Elisabeth» folgte eine ruhige Nummer und danach zeigte Huber seine kritische, politische Seite und seine Ansage zu «Roubtier», ein Song über Managerlöhne und Steuerflüchtlinge, dauerte fast länger als der Song.

Das Publikum freute sich aber sichtlich über diese pointierten Aussagen wie auch die energiegeladene Performance des Songs durch die Band. Es wirkte, als spielten die Musiker mit voller Energie etwas den Frust über solche Raubtiere aus der Wirtschaft vom Leib.

Besinnliches an der Reihe

Es folgten zwei ruhigere Parts über das Ziehenlassen von Menschen, Abschied von guten Freunden und das Gefühl des Vermissens. Ochsner macht nicht nur Rockmusik – wiederum begeisterte das kreative Bühnenbild, eine wunderbare Lichtshow sowie die Vielfalt der Instrumente.

An frühere Zeiten erinnern liess der nächste Song, als alle Bläser das Letzte aus den Instrumenten bliesen, Daniel Woodtli mit dem Jagdhorn solierte und auch Saxofonist Wenk und die Multimusikerin Daniela Bertschinger mit der Posaune überzeugten.

Ein Must: «Scharlachrot»

Auf «Scharlachrot» musste Olten nicht bis zum Schluss warten, sondern bereits in der Mitte des Konzertes konnte das begeisterte Publikum mitsingen und trug die Band lauthals mit.

Im abwechslungsreichen Mix ging es weiter und endete mit «Bälpmoos» und «Trybguet», bei welchen die Musiker/-innen nochmals alles geben konnten. In den Zugaben folgten der lüpfige «Gummiboum» bevor mit «W. Nuss» und einem wunderbaren Geigensolo das Konzert zu Ende ging.

Doch Olten liess die Band nicht gehen, mit dem Epilog schlossen sie Konzert und Trilogie nachdenklich ab. Huber nutzte die Stimmung und regte mit seinen Gedanken zur Flüchtlingssituation das Publikum erneut zum Denken an.

Mit seinem obligaten «Löit euch nüt lo gfaue, nie-nie-nie» entliess er die Zuschauerschar in den Winterabend.

Lust auf Livemusik

Die restlos ausverkaufte Schützi liess an vergangene Konzertabende denken, als auch noch unbekanntere Bands das Konzertlokal füllen konnten. Vielleicht hat die unvergessliche Show der Ochsners die Lust auf Livemusik etwas geweckt und auch kommende Konzerte können sich auf ein tolles Oltner Publikum freuen.

Meistgesehen

Artboard 1