Die Gletscher schmelzen. Selbst wenn sich die Weltgemeinschaft jetzt ganz fest am Riemen reisst und das Pariser Klimaabkommen konsequent umsetzt, wird ein grosser Teil der Eismassen unwiederbringlich verloren sein. Das besagt eine aktuelle Studie. An milde Winter und extreme Hitzeperioden müssen wir uns gewöhnen, warnt die Wissenschaft.

Klimaschwankungen gab es immer, erwidern Klimawandel-Leugner und Fatalisten. Die Natur wird sich anpassen und so auch wir. Anpassungsfähigkeit ist schliesslich etwas, was uns Menschen auszeichnet. Und wer sich nicht anpassen kann (oder will), wird früher oder später ohnehin verschwinden. So lehrt uns Darwin.

Deshalb habe ich mein Verhalten über die letzten Jahre konsequent angepasst und meine Winteraktivitäten vorsorglich schon ziemlich eingeschränkt. Beispiel Skifahren: Eine Woche Pulverschnee war früher das absolute Minimum. Meistens kamen noch einzelne Wochenendausflüge hinzu. Heute bin ich schon froh, wenn ich im Keller meine Skischuhe noch finde. Oder Eishockey: Ein Match von EHCO oder SCB galt einst auch in meinem Umfeld als durchaus gängiger Zeitvertreib. Im Kleinholz war ich diese Saison noch kein einziges Mal und als ich die Mutzen das letzte Mal spielen sah, hiess ihr Stadion noch Allmend.

Zugegeben, es sind eher Zeitmangel und Bequemlichkeit, die mich an diesen Aktivitäten hindern und weniger die Sorge um schmelzende Gletscher. Trotzdem fühle ich mich schon ziemlich angepasst an die kürzer werdenden Winter. Mental wäre ich jetzt sogar bereit für mindestens 20 Grad Celsius. Und dass ich nicht mehr jedes Wochenende durch das halbe Land kurve, schadet der Umwelt sicher auch nicht.

christoph.zehnder@azmedien.ch