Olten

Passagiere und Anwohner ärgern sich wegen provisorischen Bushaltestellen

Auf der erweiterten Linie 503 sind die neuen Bushaltestellen noch nicht fertig – das ärgert Passagiere und Anwohner.

Wer mit dem Bus 503 auf der rechten Stadtseite unterwegs ist, muss sich an eine neue Linienführung gewöhnen – und an neue Haltestellen. Seit dem Fahrplanwechsel Anfang Dezember 2018 erschliesst der Bus, der vom Meierhof bis ins Bornfeld fährt, neu das bevölkerungsreiche Säliquartier über die Höhenstrasse West und Ost. Zu reden geben unter anderem die beiden neuen Haltestellen, welche deswegen von der Feldstrasse an den Wilerweg zügeln mussten. «Die beiden Haltestellen sind benutzerunfreundlich und gefährlich», schreibt ein User in einem Beitrag in der Oltner Facebook-Gruppe, der weitere kritische Kommentare ausgelöst hat.

Ein Augenschein vor Ort zeigt tatsächlich, dass die Buspassagiere vor allem bei der verlegten Haltestelle Feldstrasse Richtung Bornfeld kaum Platz haben, um auszusteigen. Entweder landet der erste Tritt in der Matte oder auf der Strasse, was zu gefährlichen Situationen führen kann. «Wir haben deswegen schon Reklamationen erhalten», sagt Direktor Toni von Arx des Busbetriebs Olten Gösgen Gäu auf Anfrage. Allerdings seien diese nicht so häufig ausgefallen, dass die Stadtverwaltung informiert worden wäre.

Der Grund für die Verzögerung

Die Oltner Baudirektion, welche für die Planung und bauliche Umsetzung der Haltestellen auf ihrem Gemeindegebiet zuständig ist, ist sich der derzeit unbefriedigenden Situation bewusst. Baudirektionsleiter Kurt Schneider schreibt auf Anfrage: «Es ist tatsächlich so, dass die Haltestelle Feldstrasse noch nicht den Normen entspricht und nur provisorisch betrieben wird.»

Die Bauarbeiten sollten Ende Januar starten und dauerten rund fünf bis sechs Wochen. Grund für die Verzögerungen beim Baustart sind gemäss Schneider die späte definitive Festlegung der fünf neuen Haltestellen. Diese seien erst per Mitte April 2018 festgestanden und ab dann hätte die Planung beginnen können. «Ein Projekt in dieser Grössenordnung und mit dieser Komplexität – viele Grundeigentümer, Normen für den öffentlichen Verkehr, Haltestelle auf Fahrbahn – nimmt in der Regel mehr als neun Monate bis zur Ausführung in Anspruch», begründet er die Bauverzögerung. Zum heutigen Zeitpunkt erfolge die Projektierung der Haltestellen im Detail, die Verhandlung mit den Grundeigentümer über die Abtretung der erforderlichen Landflächen, die Ausschreibung und Vergabe der Bauleistungen und die terminliche Abstimmung mit dem Unternehmer, schreibt Schneider weiter.

«Die Planung kam in Verzug»

Fragt man den zuständigen Bauführer Reto von Aesch der Surseer Firma Sustra, welchen den Auftrag ausführt, tönt es ähnlich. «Die Planung kam in Verzug.» Erst Ende Oktober/Anfang November sei die Auftragsvergabe erfolgt. Eine Woche später hätten sie mit den Bauarbeiten begonnen. Normalerweise bräuchte es ein Zeitfenster von rund einem Monat, damit das Material bestellt und die Arbeiten eingeteilt werden können. Derzeit baut die Sustra die Haltestelle Fustlighalde. Die Haltestellen Höhenstrasse Ost, Fustligweg – beide erst mit Sperrbändern gekennzeichnet – sowie die eingangs erwähnten beiden Haltestellen Feldstrasse sollen laut vorsichtiger Schätzung des Bauführers bis Ende April fertig sein. Die Oltner Baudirektion gibt sich noch vorsichtiger und schreibt, dass die Fertigstellung «in den nächsten vier Monaten» erfolgt, also bis spätestens Mai. Bis zum Ende der Arbeiten bleiben auch das Material und der Bauwagen der Sustra auf den rund fünf Parkplätzen in der blauen Zone bei der Haltestelle Höhenstrasse West deponiert.

Daran haben wiederum die Anwohner keine Freude. Paul Gonseth sagt, das sei «typisch für Olten». Baustellen ziehen sich in die Länge und man werde nicht darüber informiert. Ein gutes Wort hat er aber für die erweiterte Buslinie 503 übrig, die er selbst benutzt: «Der Bus ist gut besucht und man finde zum Teil kaum noch einen Sitzplatz.»

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