Die Diskussion ist nicht neu: Der Wochenmarkt soll am Samstag in der Kirchgasse durchgeführt werden, so wie dies auch in den umliegenden Städten wie Solothurn oder Aarau der Fall ist. SVP-Gemeindeparlamentarier Philippe Ruf bringt mit seinem Vorstoss, der von Mitgliedern mehrerer Parteien unterzeichnet wurde, die Idee nun aufs politische Parkett. Er fordert in seiner Motion einen einjährigen Versuch, den Wochenmarkt nicht nur am Donnerstag, sondern auch am Samstag in der Kirchgasse zu führen.

Der bisherige Bifangmarkt auf der rechten Stadtseite soll aber weiterhin am Samstag stattfinden. Bei der Auswertung des Versuchs sollen die Marktfahrer selbst, die Bevölkerung, aber auch das Gemeindeparlament einbezogen werden, schreibt Ruf in seinem Vorstoss. Damit könnte die Stadtverwaltung feststellen, ob sich der Markt in der Kirchgasse am Samstag lohne und am Donnerstag noch weitergeführt, auf einen anderen Wochentag geschoben oder ganz weggelassen werden solle.

Marktfahrer äussert sich kritisch

Auslöser für den Vorstoss seien Anregungen aus seinem Umfeld gewesen, sagt Philippe Ruf auf Anfrage. Viele Pendler wie er würden es am Donnerstagmorgen nicht schaffen, den Wochenmarkt in der Kirchgasse zu besuchen. Zudem könnte ein zusätzlicher Wochenmarkt am Samstag die Innenstadt beleben und attraktivieren sowie ein sozialer Treffpunkt werden. In seinen Augen würde das Gewerbe davon profitieren.

Eine Umfrage dieser Zeitung bei den umliegenden Gewerblern vor einem Jahr, als die Diskussion letztmals aufflammte, zeigte grosses Interesse an einem Wochenmarkt am Samstag. «Aus Gesamtoltner Sicht gehört der Wochenmarkt in die Kirchgasse», sagte damals Dominik Maegli vom gleichnamigen Bijouteriegeschäft, der ebenfalls Vorstandsmitglied bei Gewerbe Olten ist.

Eine Schwierigkeit, die allerdings schon den Versuchsbetrieb unmöglich machen könnte, sind die Marktfahrer. Dominik Hess aus Trimbach sagt zur Idee: «Das sehe ich überhaupt nicht.» Er hätte nicht die Kapazität, am Samstag zwei Stände, einen in der Kirchgasse und einen im Bifangquartier, gleichzeitig zu betreiben und somit vieles doppelt zu führen. Zudem würde sich etwa eine Investition in einen zweiten Wagen nur für einen einjährigen Versuchsbetrieb kaum lohnen. Wenn schon würde er versuchsweise den samstäglichen Wochenmarkt im Bifangquartier ganz streichen und diesen in die Kirchgasse verlegen, wie es der Rintelhof-Landwirt schon vor einem Jahr forderte.

Komitee hat eine Befürchtung

Ebenfalls skeptisch zum Vorschlag äussert sich Christine von Arx. Die SP-Gemeindeparlamentarierin kämpft mit einem Komitee für den Erhalt des
Bifangmarkts in der Nähe des Einkaufszentrums Sälipark. «Die Stadt müsste die Rahmenbedingungen für den Versuchsbetrieb klar bestimmen», sagt sie. Gerade weil sie das von Marktfahrer Hess erwähnte Problem kennt, befürchtet sie, der Bifangmarkt würde «ausgehungert». Dies, weil sich gewisse Marktfahrer entscheiden könnten, ihren Stand am Samstag nur noch in der Kirchgasse zu betreiben. Der Wochenmarkt im Bifangquartier würde so an Attraktivität verlieren. «Wir werden für unseren Markt kämpfen, der sich auf der rechten Stadtseite etabliert hat», sagt von Arx.