Olten

Parlament stösst Stadtrats-Beschluss um: Kindergartenkinder müssen nicht ins Hübelischulhaus

Die für die Kindergärten geplanten Räume im Hübelischulhaus können künftig für Gruppenarbeiten genutzt werden.

Die für die Kindergärten geplanten Räume im Hübelischulhaus können künftig für Gruppenarbeiten genutzt werden.

Die Quartierkindergärten im Kleinholz bleiben erhalten. Das Oltner Gemeindeparlament verhindert so, dass die 4- und 5-Jährigen einen längeren Schulweg auf sich nehmen müssen.

Sollen die Kindergartenkinder aus dem Oltner Kleinholz- und Bornfeldquartier ab Schuljahr 2021/22 im Hübelischulhaus oder weiterhin im Quartier unterrichtet werden, bis das neue Kleinholz-Schulhaus steht? Der Stadtrat hat sich nach dem Rückzug des Kantons, der sich mit dem heilpädagogischen Schulzentrum nicht im provisorischen Schulhaus in Olten SüdWest einmieten wollte, für erste Variante entschieden. Dagegen gibt es Widerstand: SVP-Parlamentarier Philippe Ruf mit einer Motion und besorgte Eltern aus dem Quartier mit einer Unterschriftensammlung machen sich dafür stark, dass der Quartierkindergarten in der Räumlichkeiten der Baugenossenschaft Dreitannen erhalten bleibt bis zur Eröffnung des neuen Schulhaus frühestens im Jahr 2024.

In der Antwort auf den Vorstoss gibt der Stadtrat in vielen Punkten Rufs Argumentation recht. Kritisch unter die Lupe genommen wird einzig das Argument, dass der Schulweg für 4- bis 5-Jährige «an der Grenze des Zumutbaren» sei und zu mehr Elterntaxis führen würde. Bildungsdirektorin Iris Schelbert hält im Namen des Stadtrats dagegen, dass «die nach kantonalen Richtlinien geltende zumutbare Distanz in keiner der aktuellen Wohnsituationen überschritten würde». Zudem könnten auch kleinere Kinder nach entsprechender Einführung und anfänglicher Begleitung der Eltern den Bus benützen und direkt vor dem Hübelischulhaus aussteigen. Trotz der Mehrkosten, die sich durch den Erhalt der Quartierkindergärten ergeben – die Miete inklusive Unterhalt betragen 34'000 Franken pro Jahr –, empfiehlt der Stadtrat dem Gemeindeparlament, den Vorstoss zu überweisen. Der Stadtrat hätte «im Sinne eines sorgfältiges Umgangs» mit Steuergeldern die günstigere Variante gewählt, wie es im Vorstoss heisst. Doch mit dem «entsprechenden Willen und Auftrag» könnten die Kindergärten im Kleinholz bis zum Betrieb des neuen Schulhaus weitergeführt werden. Bildungsdirektorin Iris Schelbert ergänzte am Donnerstagabend in der Parlamentsdebatte: «Philippe Ruf rannte mit seinem Vorstoss praktisch offene Türen ein.»

Das sahen auch die Gemeindeparlamentarier so: Sie erklärten die aus formellen Gründen in ein Postulat umgewandelte Motion einstimmig für erheblich. Dieter Ulrich von der Fraktion SP/Junge SP sagte dazu stellvertretend, dass die Mehrkosten im Vergleich zum Nutzen nicht zu hoch seien. «Für eine bessere Stimmung der Familien im Quartier ist es uns das Geld wert.» Und Muriel Jeisy von der CVP/EVP/GLP-Fraktion fügte hinzu, dass mit Fahr- oder Lotsendienst als mögliche Ersatzmassnahmen ein Teil der vermeintlich eingesparten 34'000 Franken trotzdem ausgegeben werden könnten.

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