Olten
Oratorienchor lässt Brüder Haydn hochleben

Im Zentrum des Sommernachtskonzerts steht die Mariazeller Messe von Joseph Haydn. Derzeit steht der Oratorienchor in der Probephase für das Konzert am 18. Juni.

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Der Oratorienchor widmet sich heuer den Brüder Haydn.

Der Oratorienchor widmet sich heuer den Brüder Haydn.

zvg

Der Oratorienchor Olten probt in diesen Tagen mit Hingabe für sein nächstes Sommernachts-Konzert. Es bringt kirchliche Meisterwerke der Haydn-Brüder. Im Zentrum steht die «Mariazeller Messe» von Joseph Haydn.

Ein Augen- und Ohrenschein bei den Proben zeigt: Sängerinnen und Sänger der beiden Chöre und die Huttwiler Musiker sind mit Herzblut dabei. Dirigent Christoph Moser hat seine Leute im Griff, lobt gern und häufig seine Schützlinge – kann aber auch mit launigen Worten auf kleine Schwachstellen hinweisen. Nie darf aber am Schluss der Kritik sein in breitem Berndeutsch vorgetragener Spruch «Es chunnt guet!» fehlen.

Joseph Haydn (1732–1809), den grossen österreichischen Komponisten kennt wohl jeder Klassik-Freund, dank seiner grossen Oratorien wie «Die Jahreszeiten», oder «Die Schöpfung». Viele seiner 107 Symphonien werden heute noch gerne aufgeführt.

Sommernachtskonzert Oratorienchor

Sonntag, 18. Juni 2017, 18 Uhr: Friedenskirche Olten; Abendkasse ab 16.30 Uhr. Aufführende: Rebekka Maeder, Sopran; Alexandra Busch, Alt; Christoph Metzger, Tenor; Tobias Wicky, Bass Leitung: Christoph Moser

Vorverkauf: www.oratorienchorolten.ch – oder Baloise Bank SoBa, Filiale Olten

Gratis-Apéro

Aber kennt man auch die Werke seines kleinen Bruders Michael? Wie Mozart wirkte Johann Michael Haydn (1737–1806) jahrzehntelang als «Hofmusicus und Konzertmeister» in Salzburg am Fürstbischöflichen Hof. 1782 wurde er Mozarts Nachfolger als Hof- und Domorganist. Zu Lebzeiten wurden seine Werke nicht verlegt; sie existierten praktisch nur als handgeschriebene Kopien. Vielleicht ist das eine Erklärung, warum Joseph auch heute noch viel bekannter ist. Geschrieben hat er diesen Lobgesang Gottes um 1764. Bezeichnenderweise wurde das Werk lange Zeit Bruder Joseph zugeschrieben.

Joseph Haydns «Missa Cellensis in honorem Beatissimae Virginis Mariae» («Mariazeller Messe zu Ehren der seligsten Jungfrau Maria») in C-Dur ist auch bekannt unter dem Titel «Cäcilienmesse». Dieser Beiname geht nicht auf Haydn zurück. Es war auch nicht der Wiener Cäcilienverein, der ihn beauftragt hatte, zum 600-Jahr-Jubiläum der steiermärkischen Wallfahrtskirche Mariazell eine festliche Messe zu komponieren, sondern Fürst Nikolaus II. von Esterhazy.

Zwischen den beiden grossen Chorwerken erklingt das Divertimento in B-Dur (KV 137) von Wolfgang Amadé Mozart, welches er als 16-jähriger zu Beginn des Jahres 1772 in Salzburg komponierte. Es trägt daher auch den bezeichnenden Übernamen «2. Salzburger Symphonie»: Es kann nämlich sowohl als Streichquartett wie auch als Werk für ein Streichorchester, wie hier vom Huttwiler Kammerorchester, aufgeführt werden. (mgt/otr)