Fussball
«One-Minute-Man» ist beim SC Fulenbach angekommen

Nach langem Hin und Her wechselte Yanick Boss im Winter von Kestenholz nach Fulenbach. Mit dem Heimspiel gegen den FC Biberist startet der 23-jährige Aussenläufer seine erste komplette Saison in der 2. Liga.

Pascal Mäder
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SC Fulenbach

SC Fulenbach

Markus Müller

In der Rückrunde der Spielzeit 2014/15 fand der erste Kontakt zwischen dem SC Fulenbach und Yanick Boss statt. Peter Wobmann, der Masseur des SCF, schaute sich mehrmals Spiele des FC Kestenholz, Boss’ damaligem Verein, an und stand in Kontakt mit dem Angreifer. Als Wobmann schliesslich auch Trainer Martin Hert mit zu einem Spiel nahm und der SCF einen Wechsel in der Sommerpause 2015 anstreben wollte, sagte Boss zu.

Yanick Boss

Yanick Boss

ZVG

«Er wäre damals der Ersatz für Simon Affentranger gewesen», blickt Hert zurück. «Wäre», weil dieser Transfer letztendlich doch noch scheiterte, Boss sagte ab. «Ich hatte es mir anders überlegt, weil ich in Kestenholz aufgewachsen bin und dieser Verein für mich wie eine Familie ist», begründete er die damalige Kehrtwende. Einen Ersatz für Simon Affentranger fand Fulenbach später im reaktivierten, jüngeren Bruder Ramon Affentranger.

Als sich Letzterer aber für die gesamte Rückrunde 15/16 auf eine Auslandsreise begab, klaffte auf jener Position wieder ein Loch in der Mannschaft. Genau jetzt meldete sich allerdings Boss bei Trainer Hert. Jetzt war er entschlossener: «Ich kam in Kestenholz in einen Trott hinein. Mit dem Wechsel zu Fulenbach wollte ich fussballerisch nochmals weiterkommen.» Nach einer von Hert bestimmten Bedenkfrist setzten sich Hert und Boss zusammen und machten Nägel mit Köpfen.

Keine Eingewöhnungszeit

Yanick Boss hat im Anschluss an den Transfer gezeigt, wieso ihn der SCF unbedingt wollte: Mit der Umstellung auf die 2. Liga hatte er keinerlei Probleme und schoss in der Rückrunde sieben Ligatore. Hinzu kam mit dem Tor im Cupfinal noch ein weiterer, ganz spezieller Treffer. Weil Boss zuvor krank war, stellte Hert ihn in diesem wichtigen Spiel nicht von Beginn weg auf den Platz. In der Pause wurde er beim Stand von 0:2 gegen den FC Iliria eingewechselt und traf nur wenige Sekunden nach dem Wiederanpfiff. «Das war bereits das dritte Tor, für welches ich nur eine Spielminute brauchte. Meine Mitspieler haben mir deswegen den Spitznamen ‹One-Minute-Man› verliehen», blickt Boss mit einem Lächeln auf dem Gesicht auf sein erstes Halbjahr in Fulenbach zurück.

Doch auch die schnellen Tore von Boss konnten Fulenbach keinen Titel einbringen. «Die Meisterschaft haben wir in Deitingen verspielt, da wollte uns in der Schlussphase einfach kein Tor mehr gelingen», fasst der damalige Torschütze das 1:1-Unentschieden zusammen. Auch im Cupfinal habe man es verpasst, in der regulären Spielzeit die Partie zu seinen Gunsten zu entscheiden, und ein Elfmeterschiessen sei immer eine 50:50-Chance.

Top-2-Platz und Cupfinal

In der nächsten Saison will der SCF primär die vergangene bestätigen. In der Meisterschaft will Boss mit seinem Team ganz vorne mitspielen und strebt einen Platz unter den besten zwei an. Im Cup setzte man sich als Mindestziel den erneuten Einzug in den Final. Boss selbst will seine sieben Rückrundentore bestätigen und wiederum viele Tore schiessen. Ausserdem möchte er an seiner Chancenauswertung arbeiten. Riesensprünge in seiner Karriere strebt er indes keine mehr an. Er will sich fussballerisch noch ein wenig weiterentwickeln und vor allem eine gute Zeit mit seinen Mitspielern haben, auch neben dem Platz.

Kaderliste SC Fulenbach

Trainer: Martin Hert (Jahrgang 1950), seit 2014.

Tor: Christian Fernandez (83), Mischa Ehrenbolger (91).
Abwehr: Florian Fischer (98), Fabio Kunz (99), Sandro Kunz (96), Joel Altermatt (95), Kevin Lenz (90), Lukas Wyss (88), Sven Hürzeler (97), Benjamin Schwager (88), Rafael Ingold (90), Lino Schmidt (97).
Mittelfeld: Janic Schläfli (98), Nico Gradwohl (91), Stanko Imbach (97), Luan Spielmann (95), Loris Jäggi (96), Jonas Wyss (93).
Angriff: Yanick Boss (93), Yves Ehrenbolger (93), Ramon Affentranger (92), Luca Spielmann (95),
Fabian Wyss (87).

Zuzüge: Fischer (FC Egerkingen), Fabio Kunz (eigener Junior), Schmidt (SC Zofingen).
Abgänge: Stefan Bitterli (Rücktritt), Nicolo Müller (2. Mannschaft).