Umfrageergebnis
Oltnerinnen und Oltner sind ganz versessen auf ihre Stadt

Eine Umfrage zeigt: 35 Prozent der Oltner Stadtbevölkerung stellen eine Verbesserung der Lebensqualität fest; über 80 Prozent von ihnen empfehlen ihre Stadt gar als Wohn- und Lebensort und mögen unter den Sportanlagen ihre Badi am meisten.

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Spitzenreiter bei den Sportanlagen: das Oltner Strandbad.

Spitzenreiter bei den Sportanlagen: das Oltner Strandbad.

Bruno Kissling

84 Prozent der Oltnerinnen und Oltner können ihre Stadt als Wohn- und Lebensort empfehlen; 35 Prozent finden, die Lebensqualität vor Ort habe sich in den letzten Jahren verbessert. Stärken sind neben der Gesamtzufriedenheit die Angebote in Bildung, Werkhof und öffentlichem Verkehr; am schlechtesten weg kommen der motorisierte Individualverkehr, der Langsamverkehr und die Sicherheit im öffentlichen Raum. Dies sind die Ergebnisse einer Bevölkerungsbefragung, an der über 2000 Personen teilnahmen, wie die Stadtkanzlei mitteilt.

Wie schon zu Beginn der letzten Amtsperiode hat der Stadtrat auch mit Blick auf die Legislatur 2013 bis 2017 eine Bevölkerungsumfrage durchführen lassen, die Mitte Januar an alle über 16 Jahre alten Einwohnerinnen und Einwohner verschickt wurde. Insgesamt haben 2054 Personen den Fragebogen brieflich oder online ausgefüllt; rund drei Viertel bevorzugten in der von der Firma ValueQuest durchgeführten Umfrage die traditionelle Variante per vorfrankiertem Kuvert. Zum Vergleich: Im Jahr 2009 wurden 500 Personen befragt; die Bevölkerungsmeinung wurde damals per Telefonumfrage erhoben – eine Erhebungsmethode, deren Akzeptanz aufgrund des immer häufiger werdenden Telefonmarketings stark gesunken ist. Aufgrund der unterschiedlichen Methodik in Befragung und Auswertung und des aktualisierten Fragebogens lassen sich die Ergebnisse vor vier Jahren denn auch nicht eins zu eins mit den heutigen vergleichen, die im Übrigen zusätzlich auch nach Quartieren erhoben wurden.

In einer Skala zwischen 0 (= überhaupt nicht zufrieden) und 100 (= sehr zufrieden) liegt die Gesamtzufriedenheit bei 69 Punkten; die Unterschiede über die Quartiere, die Altersgruppen, die Wohndauer in Olten und die Nationalitäten hinweg sind marginal. Ausnahme gegen unten ist das Quartier Rötzmatt, wo nur 58 Punkte erreicht werden (bei jedoch nur 23 eingegangenen Fragebögen, was 11 Prozent der dort Wohnenden entspricht) und die Werte bei Attraktivität, Kulturangebot und Mitwirkungsmöglichkeiten unter 50 Punkten liegen. Was die Gesamtzufriedenheit in Olten angeht, sind 51 Prozent der Antwortenden sehr zufrieden, 37 Prozent neutral und 12 Prozent unzufrieden; praktisch die gleichen Werte erreicht die Lebensqualität in Olten (51 Prozent sehr zufrieden, 34 Prozent neutral, 15 Prozent unzufrieden). Die besten Einzelwerte erreichen das Bildungsangebot mit 68 Prozent und die Dienstleistungen des Werkhofs mit 66 Prozent sehr Zufriedenen; am schlechtesten schneiden die Sicherheit im öffentlichen Raum mit 37 Prozent, die Attraktivität der Stadt allgemein mit 33 Prozent und die Mitwirkungsmöglichkeiten mit 30 Prozent Unzufriedenen ab.

38 Prozent der Rückmeldungen stellen eine leicht bis stark verbesserte Lebensqualität fest, 47 Prozent erachten diese als unverändert, 15Prozent sprechen von einer leichten bis starken Verschlechterung. Am besten weg kommt die Veränderung der Lebensqualität in der Altstadt und im Fustlig, am schlechtesten in der Rötzmatt und in der Innenstadt.

Was die Nutzung der Angebote angeht, erzielen im Kulturbereich das Stadttheater, die Stadtbibliothek und das Kulturzentrum Schützi die höchsten Frequenzen, gefolgt von den drei städtischen Museen, die insbesondere einen hohen Anteil von Personen aufweisen, die dort einmal im Jahr einen Besuch abstatten. Spitzenreiter bei den Sportanlagen ist die Badi in der Schützenmatte, welche fast die Hälfte der Antwortenden zwischen wöchentlich und monatlich einmal nutzen, während 80 Prozent das Hallenbad der Kantonsschule gar nie besuchen. Parallel dazu erfolgt die häufige Forderung in den Kommentaren auf den Fragebögen nach einem «richtigen» Hallenbad in Olten (vgl. Kasten).

Informationen über die Stadt Olten besorgen sich die meisten aus der Lokalpresse (59 Prozent mindestens einmal pro Woche) und aus Gesprächen mit Freunden und Bekannten, mit grossem Abstand gefolgt vom Internet, das rund 40 Prozent mindestens einmal monatlich nutzen, und von den Vereinen; die Informationstätigkeit von Parteien ist nur noch von 17 Prozent mindestens einmal pro Monat gefragt.

Die Verkehrssituation in Olten hat unterschiedliche Gesichter: 59 Prozent erachten die Situation beim öffentlichen Verkehr, den übrigens 48 Prozent der Antwortenden täglich nutzen, als gut; beim Langsamverkehr sind es nur 20 Prozent, beim motorisierten Individualverkehr sogar nur 13 Prozent. Die besten Noten für den öffentlichen Verkehr erteilen die bahnhofnahen Quartiere, die schlechtesten für den motorisierten Individualverkehr die Altstadt und für den Langsamverkehr die Quartiere Hagmatt und Bifang.

Mit dem Langsamverkehr wie auch mit dem öffentlichen Verkehr am zufriedensten sind die 16- bis 18-Jährigen, am kritischsten beim motorisierten Individualverkehr sind die 40- bis 49-Jährigen.

Was den Bereich Zusammenleben angeht, sind die Oltnerinnen und Oltner am stärksten zufrieden mit den Betreuungsangeboten für ältere Einwohner (67 Punkte auf der Skala zwischen 0 und 100), während das Freizeitangebot für Jugendliche nur 57 Punkte erzielt. Das Zusammenleben von Jung und Alt kommt auf 59 Punkte; das Zusammenleben von Schweizer und ausländischer Wohnbevölkerung übertrifft hingegen mit 52 Punkten nur knapp das Mittelmass. Schlechte Noten erhält Letzteres insbesondere in der Altstadt und in der Rötzmatt, die auch das Freizeitangebot für Jugendliche am negativsten beurteilt. Nicht unerwartet bewerten die 16- bis 18-Jährigen die Freizeitangebote für Jugendliche am schlechtesten; hingegen sind es – neben den 16- bis 18-Jährigen – gerade die 65 und mehr Jahre Alten, welche die Betreuungsangebote für ältere Einwohner am meisten rühmen. Das Zusammenleben von Schweizern und Ausländern wird am schlechtesten von den 18- bis 29-Jährigen eingeschätzt, am besten hingegen von den Einwohnenden ohne Schweizer Bürgerrecht.

Was ein künftiges Wachstum der Stadt Olten angeht, so würden sich 61 Prozent über ein Wachstum um 2000 Arbeitsplätze bis ins Jahr 2020 freuen, während 34 Prozent gegenüber dieser Frage neutral sind und nur 5 Prozent ein solches Wachstum ablehnen würden. Ein Wachstum der Bevölkerung hingegen würde nur von 33 Prozent begrüsst, während 50 Prozent neutral sind und 17 Prozent diesbezüglich negativ eingestellt sind.

In der Summe empfehlen 84 Prozent die Stadt Olten als Wohn- und Lebensort, davon 15 Prozent absolut; auf der negativen Seite können nur 2 Prozent der Stadt Olten gar nichts abgewinnen, was zu einer Empfehlung führen könnte. Zur Erinnerung: 2009 waren 88 Prozent der Bevölkerung sehr oder eher zufrieden mit der Lebensqualität und der Attraktivität der Stadt Olten; 95 Prozent empfahlen Olten als Wohn- und Lebensort - dies aber wie erwähnt mit einer andern Erhebungs- und Bewertungsmethodik. (sko)