Support your Hero
Oltner wollen mit Preisgeld ihre App für virtuelle Laufwettbewerbe weiterentwickeln

Die viRACE-App ermöglicht die virtuelle Teilnahme an einem abgesagten Laufwettbewerb. Sie gehört zu den fünf Final-Projekten der KMU-Unterstützungsaktion «Support your Hero».

Nadja Senn
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viRACE

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Die noch kostenlose App viRACE wird unter anderem am Gran-Prix Bern zum Einsatz kommen.

Die noch kostenlose App viRACE wird unter anderem am Gran-Prix Bern zum Einsatz kommen.

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Im Zuge der Coronakrise wurden in der Schweiz etliche Laufevents abgesagt: Darunter der Grand-Prix Bern, der Zürich-Marathon, der Genf-Marathon und verschiedene Auffahrtsläufe. Davon sind über 200'000 Läuferinnen und Läufer betroffen. Dies motivierte das hauptsächlich aus dem Schwarzbubenland stammende runningCOACH-Team der Quevita AG, eine App zu entwickeln, die eine virtuelle Laufteilnahme an abgesagten Events ermöglicht.

Zum Wettbewerb

Die BKW unterstützt fünf unternehmerische und zukunftsorientierte Projekte mit total 100’000 Franken. Die erste Unterstützungsrunde von «Support Your Hero», welche sich an KMU aus den Regionen Bern und Solothurn richtet, läuft. Aus rund 70 Eingaben wurden am Dienstag jene fünf Firmen ausgewählt, welche in die zweite Runde kommen. Diese erhalten einen ersten Unterstützungsbeitrag von 5000 Franken.

- Quevita aus Olten

- Cafe & Bar Barock aus Solothurn

- foodathome.ch aus Bern

- «Avance Pay» aus Bern

- «Simmentaler Braumanufaktur», Lenk

Vom 22. bis am 28. April kann die Bevölkerung abstimmen, welches KMU welchen Anteil erhält.

In der engeren Auswahl des Wettbewerbs «Support Your Hero» (siehe Kasten) zu sein, ist für Stefan Lombriser, CEO der Quevita AG, nicht nur ein «cooles Zeichen für die Mitarbeiter, die sich für das Projekt viRACE engagiert haben», sondern auch «für alle Läufer und Veranstalter da draussen.» Mit der App wollen die Entwickler einerseits Läuferinnen und Läufer zu Bewegung im Alltag motivieren und andererseits den Veranstaltern der abgesagten Laufevents eine Ersatzplattform bieten, um auf den Lauf und dessen Sponsoren hinweisen zu können. Mit dem Preisgeld von «Support your Hero» soll primär die Weiterentwicklung der App ermöglicht werden, um auch in Zukunft ein Beitrag zum langfristigen Überleben der Läufe leisten zu können, erklärt Lombriser.

Auf der Hausstrecke am ursprünglichen Lauf teilnehmen

So funktioniert viRACE: Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer laufen auf einem individuell ausgewählten Weg. Sie beginnen den ursprünglich geplanten Wettbewerb zur gleichen Zeit und legen die gleiche Distanz zurück – nur ohne sichtbare Mitstreiter.

Das Smartphone übernimmt hierbei die Messung von Zeit und Distanz, erklärt Lombriser. «Während des Laufs erhalten die Benutzer regelmässig Infos zur virtuellen Strecke der jeweiligen Events, wie zum Beispiel oder

Mit der virtuellen Laufteilnahme ginge die Motivation der Teilnehmer nicht verloren, da sie regelmässig Informationen zu dem Status ihrer Mitstreiter erhalten und nach der Absolvierung des Laufs direkt die Rangliste erhalten würden. Zum Einsatz kommt die App viRACE unter anderem an der Grossveranstaltung Grand Prix Bern, sowie auch bei sechs bis sieben anderen Läufen.

Zur Unterstützung von Läufern und Veranstaltern

Die Quevita AG mit Sitz in Olten entwickelt mit ihrer runningCOACH-App individuelle Trainingspläne für Läufer. Auch hier wurden die Folgen der Coronakrise rasch spürbar: Im März betrug die Umsatzeinbusse knappe 50 Prozent, wie Lombriser berichtet. Einerseits habe der Grossteil seiner Kunden nun kein Laufziel mehr, andererseits verhalte man sich in der Krise aber auch finanziell zurückhaltender.

Dies sei aber nicht der einzige Antrieb gewesen, in Zusammenarbeit mit dem schweizerischen Leichtathletik-Verband Swiss-Athletics eine App zu entwickeln: «Gleichzeitig hat es uns auch selbst weh getan. Wir sind alle Läufer und haben mit den Veranstaltern und Teilnehmern mitgelitten», sagt Lombriser. Deswegen habe man daraus ein Solidaritätsprojekt gemacht: «Wir verdienen daran nichts. Die App ist für Veranstalter und Teilnehmer vorerst kostenlos.» Dass die App-Nutzung kostenfrei ist, sei auch situationsbedingt, meint der CEO: «Wir wollen in der jetzigen Situation nichts verlangen.» Ob es zu einem späteren Zeitpunkt ein Zahlsystem geben werde, bleibe offen.