Oltner Stadtratswahlen 2021
Fünf Kandidaten bewerben sich für zwei freie Sitze – FDP tritt nur noch mit Savoldelli an

Im zweiten Wahlgang der Oltner Stadtratswahlen duellieren sich ein linker und vier bürgerliche Bewerber.

Fabian Muster
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Bruno Kissling

Für den zweiten Durchgang der Oltner Stadtratswahlen bewerben sich fünf Kandidaten für die beiden noch freien Sitze. Am Dienstagabend um 17 Uhr lief die Rückzugsfrist für den zweiten Wahlgang vom 25. April ab. Wieder antreten werden vier Bürgerliche und ein linker Kandidat. Im ersten Wahlgang wurden Marion Rauber, Thomas Marbet (beide SP) und der Grünen Raphael Schär-Sommer gewählt und sicherten so die linke Mehrheit im fünfköpfigen Gremium.

Mit Benvenuto Savoldelli konzentriert sich die FDP auf ihren bisherigen Vertreter im fünfköpfigen Gremium. Die Parteiversammlung hat den Antrag des Vorstands auf eine Einerkandidatur am Montagabend gutgeheissen. Damit zieht sich David Plüss zurück, der im ersten Wahlgang an siebter Stelle mit 2056 Stimmen landete. Savoldelli sagte am Dienstag auf Anfrage: «Man kam zum Schluss, dass ich der aussichtsreichere Kandidat bin.» Zudem wolle er sein Mandat nicht kampflos aufgeben. Für den bald 59-Jährigen wäre es die dritte und wohl auch letzte Legislatur, wie er auf Anfrage weiter sagt.

In seinen Augen müsse der Stadtrat ein breites Parteienspektrum abdecken:

«Mit nur noch vier Linken könnte dies dazu führen, dass es vermehrt zu Referenden kommt.»

Mit dem Wiederantritt ist er sich aber auch bewusst, dass eine Abwahl möglich ist: Beat Felber von der CVP stellte sich als bester Bürgerlicher im ersten Wahlgang heraus und holte auf Rang 5 20 Stimmen mehr als Savoldelli. Er sagt dazu: «Zweite Wahlgänge haben ihre eigenen Gesetzmässigkeiten.» Ziel für den zweiten Wahlkampf müsse es für die Partei nun sein, besser zu mobilisieren, damit die bürgerlichen Wählerinnen und Wähler auch tatsächlich an die Urnen gingen.

Erst am Dienstag für eine neuerliche Kandidatur entschieden hat sich der unabhängige Thomas Rauch. 1703 Stimmen holte er im ersten Wahlgang und kam so auf Rang 8 bei neun Kandidierenden. «Mit meiner Finanzkompetenz biete ich die ideale Ergänzung für den Oltner Stadtrat und werde mich bei einer Wahl über alle Parteigrenzen hinweg für die Interessen aller Oltnerinnen und Oltner sowie für innovative Lösungen einsetzen.» Man solle «zum Vorteil der Stadt Olten jetzt Fachkompetenz und Unabhängigkeit statt Parteibuch wählen», schreibt das Ex-FDP-Mitglied in einer Mitteilung.

Der 56-Jährige habe von Anfang an gesagt, dass er dieses Amt anstrebe, sagt Rauch auf Anfrage. Er habe sich zwar mit den anderen Kandidaten ausgetauscht, aber sich schliesslich unabhängig von deren Vorgehen für einen zweiten Wahlgang entschieden. Dass er mit seiner Kandidatur womöglich dazu beitragen könnte, dass die Bürgerlichen einen Sitz verlieren, dazu meint er: «Jeder Kandidat muss das Wahlvolk überzeugen, seinen Namen auf die Liste zu schreiben.» Falls er in den Stadtrat gewählt wurde, bewirbt er sich zudem für das Amt des Stadtpräsidenten, wie er bereits vor dem ersten Wahlgang kommuniziert hat.

Stimmenzahl verdoppeln

Ebenfalls erst am Dienstag entschieden hat sich Rolf Sommer. Er sei von den vier bürgerlichen Kandidaten, die nochmals antreten, der erfahrenste, sagt der 68-Jährige. Es kämen «knallharte Zeiten auf die Stadt Olten zu». Es werde ein Sparprogramm nach dem anderen geben. Zudem gebe es auch bauliche Herausforderungen. Nicht zuletzt kenne er Olten sehr gut, wohne seit 1985 in der Stadt und würde sich auch für die regionale Zusammenarbeit stark machen. Im ersten Wahlgang landete der SVPler mit 1125 Stimmen auf dem letzten Platz der neun Kandidierenden.

Trotzdem will er es nochmals wissen. «Wer aufgibt, hat verloren», sagt der Kantonsrat dazu. Er ist überzeugt, seine Stimmenzahl im zweiten Wahlgang verdoppeln zu können. Beim Referendum gegen die neue Stelle Leiter Hochbau vor zwei Jahren, das er fast im Alleingang gewann, gab es über 3000 Ja-Stimmen. Er hofft, dass am 25. April, wenn gleichzeitig über die Fortführung des Krematoriums in Olten abgestimmt wird, dies ein mobilisierender Effekt hat für seine Kandidatur. Er war als Mitinitiant federführend beim Unterschriftensammeln.

Bereits am Wahltag für eine Wiederkandidatur entschieden haben sich Beat Felber von der CVP mit 2329 Stimmen und der einzig verbliebende linke Kandidat Nils Löffel von Olten jetzt! mit 2616 Stimmen.

Oltner Stadtratswahlen 2021

Keine zusätzliche SP-Stadtrats-Kandidatur

Mit dem guten Abschneiden der SP beim ersten Wahlgang bei den Oltner Stadtratswahlen könnte der eine oder die andere Linke sich die Frage stellen, ob die Sozialdemokraten nicht versuchen sollten, eine weitere Kandidatur zu stellen, um zusammen mit Nils Löffel von Olten jetzt! eine rein linke Regierung anzustreben. Eine neue Kandidatur ist nämlich möglich: Noch bis nächsten Montag um 17 Uhr können sich neue Bewerberinnen oder Bewerber melden. Auf Anfrage sagt Co-Präsident Ruedi Moor zu einer entsprechenden Frage: «Nein, dies haben wir parteiintern bisher nicht diskutiert.» Und man werde voraussichtlich auch keine weitere Kandidatur mehr stellen. Nächste Woche entscheidet die SP an einer virtuellen Parteiversammlung einzig noch, wie man sich im zweiten Wahlgang bei den Stadtratswahlen verhalte und wen man allenfalls unterstütze werde. Es sei gut möglich, dass der vierte linke Kandidat Nils Löffel von Olten jetzt! eine offizielle Wahlempfehlung erhalte. Um 19 Stimmen verpasste dieser das absolute Mehr und damit den Sprung in die Stadtregierung im ersten Durchgang. (fmu)