Olten
Oltner Stadtrat beschliesst Verkehrsmassnahmen gegen den anderen «Verkehr»

Die Prostituierten haben ihr Revier wieder Richtung Bahnhof verschoben. Der Oltner Stadtrat will zur Eindämmung des Problems das Verkehrsregime anpassen. Unter anderem sollen es Zufahrtsbeschränkungen bei der Haslistrasse richten.

Alois Winiger
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Bruno Kissling

Die Strassenprostitution in Olten ist wieder gewachsen. Aber nicht nur das. Sie hat sich auch wieder mehr in Richtung Bahnhof verschoben. War der Strassenstrich vor Jahren auf der Westseite des Bahnhofs und wurde dann in Richtung Industrie verdrängt und bei der Haslistrasse angesiedelt (siehe Kontext), so hat er nun den Bahnhof auf der anderen Seite wieder erreicht und ist damit in die Nähe der dortigen, gefragten Wohnquartiere gekommen.

In der letzten Zeit sind bei Polizei und Stadt vermehrt Reklamationen von Anwohnenden und Geschäftsbetrieben eingegangen. Nun reagiert der Stadtrat. Er will das Wachstum der Strassenprostitution eindämmen und passt das Verkehrsregime an. Das teilte die Stadtkanzlei gestern mit.

50 und mehr Prostituierte
Derzeit sei die Zahl der Prostituierten wieder stark angestiegen: Zum heutigen Zeitpunkt arbeiten bei schönem Wetter bis zu 50 Prostituierte, nach dem Zahltag am Monatsende noch einige mehr, heisst es weiter in der Meldung. Die Stadtpolizei Olten habe bei ihren Kontrolltätigkeiten eine Zunahme von Frauen aus Ungarn, Polen, Bulgarien und anderen südöstlichen Ländern festgestellt.

Aufgrund der steigenden Anzahl von Prostituierten genügt der ausgeschiedene Abschnitt der Haslistrasse von 328 Metern (von Halteverbot zu Halteverbot) nicht mehr und es komme zu Streitigkeiten zwischen den Prostituierten. Es wurde zudem festgestellt, dass sich die Frauen immer mehr auch auf der Tannwaldstrasse anbieten bis hin zum Geissfluhweg. In unmittelbarer Nähe des Bahnhofs also, womit bereits Wohnquartiere betroffen sind.

Sperren und beschränken

Um die Situation an der Haslistrasse zu beruhigen und nicht noch mehr Unternehmer zu vergraulen, die dort investieren möchten, hat der Stadtrat Massnahmen beschlossen. Die beiden Kreisel im Osten und im Westen der Haslistrasse werden definitiv gesperrt. Dadurch sollten an diesen Standorten keine Prostituierten mehr stehen, weil die Freier diese Strassenabschnitte nicht mehr befahren dürfen. Zudem werde es den Freiern dadurch erschwert, an der Haslistrasse zu kreisen.

Zufahrtsbeschränkung Tannwaldstrasse vorgezogen

Die Gewerbetreibenden hingegen können durch eine elektronische Steuerung der Barrieren jederzeit zu ihren Standorten zufahren. Im Weiteren wird die Zufahrtsbeschränkung Tannwaldstrasse, die eigentlich erst auf Eröffnung der Umfahrungsstrasse ERO geplant ist, schon per Ende Februar 2012 eingeführt und zwar von 20 Uhr bis 5 Uhr in der Frühe. Es gilt damit auf der Tannwaldstrasse das gleiche Verkehrsregime wie auf der Industriestrasse. Die Kontrolle durch die Polizei, so lässt der Stadtrat wissen, sei mit wenig Aufwand zu realisieren.