Olten

Oltner Stadtpräsident Ernst Zingg tritt nicht mehr an

Ernst Zingg will nicht länger Stapi sein.

Ernst Zingg will nicht länger Stapi sein.

Als «Stapi» hat er sich gelegentlich bezeichnet, in Anlehnung an Emil Landolt, dem legendären Zürcher Stadtpräsidenten. Nun hat sich Oltens Stadtpräsident Ernst Zingg entschieden: Die auslaufende vierte Amtsperiode wird seine letzte sein.

«Ich blicke auf eine erfolgreiche Zeit zurück», sagt der heute 61-Jährige. Es werde Zeit, neuen Kräften Platz zu machen. Die vier Amtsperioden seien nicht spurlos an ihm vorbeigegangen. «Das Amt ist anspruchsvoll und auch belastend und ich habe immer 100 Prozent gegeben.»

Das werde er auch bis zu seinem Ausscheiden tun. Das gelte natürlich auch in Sachen Fusion. «Die Abstimmung zur Vorlage Fusion Olten plus ist kein ‹Plebiszit Zingg›, aber ich habe entscheidend daran mitgewirkt, dass die Stadt Olten heute als Partnerin für die Regionsgemeinden verankert ist.» Einstweiliger Höhepunkt dieses Prozesses könnte seiner Einschätzung nach die Fusion sein. Neckisches Detail: Wird diese Wirklichkeit, so dauert seine Amtsperiode noch bis Ende 2013, ein halbes Jahr länger also.

Ansehnliche Erfolgsbilanz

Zu seiner Erfolgsbilanz zählt Zingg die Verankerung der OGG im Aareland, die Platzierung des Aarelands als eigenständige Grösse im Raumkonzept Schweiz, die proaktive Unterstützung bei der Ansiedelung von Arbeitsplätzen oder die Verselbstständigung des Stadttheaters. «Das habe ich gegen viele Widerstände durchgebracht.» Auch die Förderung von Initiativen im Kulturbereich, Kabarett Tagen, Kleintheatern oder Einzelevents fällt in seine Amtszeit. Und auch die «Linie» in der Stadtentwicklung habe sich in der jüngeren Vergangenheit bemerkbar gemacht.

Und die monetäre Bilanz? «Innert acht Jahren hat sich Oltens Nettoschuld von rund 1000 Franken pro Kopf in ein Nettovermögen von rund 2000 Franken pro Einwohner verwandelt», sagt der Stadtpräsident. Verbunden damit war die kontinuierliche Senkung des Steuerfusses. «Die exzellenten Steuereinnahmen sind nicht mein Verdienst, aber gepaart mit der Ausgabendisziplin hat dies dazu geführt, dass die Stadt in den letzten Jahren hohe Investitionen tätigen konnte.» Stichworte wie ERO, FHNW, Bahnhof Ost, Andaare oder Stadthaussanierung fallen.

Allerdings hält Zingg fest, dass der Respekt gegenüber Amtsträgern im gleichen Masse gesunken sei wie der rüde Tonfall in der Politik zugenommen habe. Und die Geschäfte seien volatil geworden. Alles müsse heute schnell gehen. Dafür habe sich der Teamgeist im Stadtratsgremium verbessert, seien Professionalität und Kollegialität im Verwaltungsumfeld gestiegen. Was nun kommt? Zingg lächelt. «Als Kantonsrat jedenfalls möchte ich noch einmal dabei sein.»

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