Die Empörung war Anfang 2015 bei den Vereinen gross, als die Stadt nachträglich und ohne Vorankündigung einfach einen höheren Gebührentarif für das abgelaufene Jahr verrechnete. Die drei Fussball-Vereine FC Olten, Fortuna Olten und US Oltenese reichten gemeinsam gegen die Rechnungen fürs 2014 Beschwerde ein bei der Direktion Bildung und Sport.

Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. Die Vereine einigte sich damals mit der Stadt, dass wie bis anhin der tiefere Tarif bezahlt werden konnte. Doch den Sportvereinen war klar, dass die Stadt nach der Auflösung der Sportplatzvereinigung die teilweise über Jahrzehnte nicht mehr angepassten Tarife irgendeinmal erhöhen wird.

Nun ist es soweit: Nächsten Donnerstag wird das Gemeindeparlament über die revidierte Gebührenordnung befinden, die per Anfang 2017 eingeführt werden soll (siehe Text links). Zum Teil werden die bestehenden Tarife für die Benutzung der Sportanlagen verdoppelt.

So kostet etwa die Belegung pro Semester für den Hauptrasen beim Leichtathletikstadion für 45 Minuten neu 60 Franken statt Fr. 27.50. Die Stadt erhofft sich so einen höheren Deckungsgrad, vor allem bei den Sportanlagen Kleinholz, und Mehreinnahmen von 125 000 Franken pro Jahr. Stadtpräsident Martin Wey sagt, dass die Gebührenerhöhung nicht primär dazu diene, «um die städtischen Finanzen zu sanieren, sondern um alle Vereine bei den Gebühren über einen Leisten zu schlagen». Der Stadtrats-Vorschlag sei ausgewogen und fair.

Die betroffenen Vereine, vertreten durch die IG Sport Olten, waren bei den Verhandlungen über die neuen Gebührentarife involviert und haben den jetzigen Vorschlag abgesegnet. «Ich bin zufrieden, aber nicht glücklich mit den Verhandlungsergebnissen», sagt IG-Präsident Martin Grütter. Die Vereine hätten die Erhöhungen «zähneknirschend» geschluckt. Wie diese die Mehrausgaben kompensieren, sei unterschiedlich. Das könne über vermehrtes Sponsoring, höhere Mitgliederbeiträge oder Einsparungen sein.

FC-Olten-Präsident Claudio Richard rechnet mit einer Verdoppelung der Ausgaben auf bis zu 11'000 Franken pro Jahr. Sein Verein werde die Mehrkosten wohl mit mehr Sponsorenbeiträgen reinholen müssen. Auch Thomas von Felten, Präsident des FC Fortuna Olten, beziffert die Mehrkosten auf bis zu 6000 Franken jährlich. Sein Verein will ebenfalls mit höheren Sponsorenbeiträgen die Ausgaben decken. Die angefragten Vereinsvertreter sehen ein, dass der Tarif nach oben angepasst werden muss, sind aber über einzelne Erhöhungen nicht ganz glücklich. Etwa, dass neu für Juniorenwettkämpfe Geld bezahlt werden muss.

Ein erster Entwurf der Stadt ging noch von bis zu einer Verdreifachung einzelner Tarife aus. Die Vernehmlassung bei den Vereinen zu diesem Entwurf fiel laut IG-Präsident Grütter aber «sehr negativ» aus. «Wäre dieser erste Tarif-Entwurf durchgekommen, hätten einige Vereinen um ihre Existenz bangen müssen», sagt Grütter.

Aktives Lobbying bei den Gemeindeparlamentariern für den jetzigen Stadtrats-Vorschlag hat die IG Sport Olten nicht betrieben, bestätigt FDP-Politiker Heinz Eng, der selbst als Kassier in der Interessengemeinschaft tätig ist. «Falls die jetzigen Gebühren-Erhöhungen die Existenz gewisser Vereine bedroht, müsste diesen zum Beispiel mit einem Gebührenerlass geholfen werden.» Eng ist sich sicher, dass die Stadt Olten in einem solchen Fall die Sportvereine nicht im Stich lassen würde.