Olten

Oltner Schulzahnklinik wird aufgehoben

«Die Zahnreinigung ist gut, eine Behandlung ist nicht notwendig»; so einst ein Befund aus den Diensten des schulzahnärztlichen Dienstes. Nun wird dieser neu organisiert.

«Die Zahnreinigung ist gut, eine Behandlung ist nicht notwendig»; so einst ein Befund aus den Diensten des schulzahnärztlichen Dienstes. Nun wird dieser neu organisiert.

Die Aufgaben der städtischen Schulzahnklinik sollen neu von der schweizerischen Zahnärztegesellschaft und der Direktion Bildung und Sport erfüllt werden. Dies sieht die Neuorganisation des schulzahnärztlichen Dienstes der Stadt Olten vor.

Will heissen: Die eigentliche Schulzahnklinik wird per Ende Juli 2012 aufgelöst, neu übernehmen private Schulzahnärzte (Kontrolluntersuchungen), private Zahnärzte/private Schulzahnärzte (Behandlung) sowie SSO/BISPO (Controlling, Organisation) den Lead, während die Prophylaxe weiterhin uneingeschränkt beim BISPO bleibt. Die Subventionspraxis, wonach Eltern mit geringen finanziellen Mitteln einen Beitrag an die Behandlungskosten erhalten, bleibt unverändert. Dies umschreibt in aller Kürze den stadträtlichen Antrag ans Parlament.

Die Gründe der Neuorganisation liegen - so die Botschaft weiter - einerseits in der stark nachlassenden Behandlungsnachfrage und dem Umstand, dass die Stellenleiterin Mitte 2012 in Pension tritt und eine Aufbereitung der schulzahnärztlichen In-frastruktur kostenintensiv (300 000 Franken) ausfallen würde.

Eintreten bestritten

Grossmehrheitlich war das Geschäft eigentlich unbestritten, auch wenn die SP-Fraktion gar nicht erst auf die Vorlage eintreten wollte. Die Neuorganisation, so Arnold Uebelhart in seiner Begründung, bringe gar keine Verbesserung, die im Argumentarium des Stadtrates angeführten Kosten seien - im Vergleich zu Bibliotheken und Museen etwa und gemessen am praktischen Nutzen - eigentlich vernachlässigbar.

Alles in allem wirke die Argumentation der Exekutive etwas hilflos; selbst die infrastrukturellen Kosten zur Aktualisierung der etwas veralteten Schulzahnklinik seien weit hergeholt, so der weiter. Die SP blieb in der Eintretensfrage jedoch ohne Mehrheit. Das Parlament stimmte mit 28 gegen 11 Stimmen (alle aus der SP) fürs Eintreten.

Ein einig Bild

Auch in der Detailberatung zeigte sich ein einig Bild. Heinz Eng (FDP), Myriam Frey (Grüne Olten) und Doris Känzig (SVP) votierten im Sinne des Stadtrates, während Marcel Steffen (CVP/evp/glp-Fraktion) doch immerhin ins Feld führte, mit der Neuregelung würde doch die eine oder andere mittelständische Familie etwas mehr belastet als zuvor. Die SP ihrerseits versuchte mit zwei Anträgen, auch künftig die quasi schulinterne Abwicklung der Zahnarztvisite durch den klassenweise angeordneten Besuch beim Zahnarzt zu retten. Vergeblich.

Warum die Sozialdemokraten mit diesem Aspekt (zu) lange hinter dem Berg hielten und dem Parlament quasi verheimlichten, dass fortan wieder ein Vater oder eine Mutter mit Sohn oder Tochter speziell zum Zahnarzt gehen muss, bleibt ihr Geheimnis. Da nämlich lag die Schwachstelle dieser Neuorganisation, nicht etwa - wie stets strapaziert- in der Qualitätsicherung. Grossmehrheitlich jedenfalls stimmte das Parlament dem stadträtlichen Antrag zu. Die Schulzahnklinik, bestehend seit 1923, wird Ende Juli geschlossen, zumindest für fünf Jahre. So lange nämlich dauert die Leistungsvereinbarung mit den Zahnärzten der SSO auf dem Platz Olten.

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