Die Raiffeisenbank Olten (RBO) will eine Vorreiterrolle einnehmen: An ihrer 112. Generalversammlung verkündete Andrej Golob, dass die Bank den Bonus abschafft. «Wir haben eine fast heilige Kuh in der Finanzindustrie geschlachtet», sagte der Verwaltungsratspräsident vor 895 Genossenschafterinnen und Genossenschaftern in der Stadthalle und erntete dafür einen spontanen Zwischenapplaus.

Golob, der im vergangenen November als einer von 400 Bewerbern auch in den VR von Raiffeisen Schweiz gewählt wurde, hielt gegenüber dieser Zeitung fest, dass dieser Schritt keine Sparmassnahme darstelle. Man vertraue auf die intrinsische Motivation der Mitarbeitenden, welche anteilsmässig einen Teil der bisherigen Boni-Gesamtsumme neu integriert in den Monatslohn ausbezahlt erhalten.

Umzugspläne werden konkret

Der Druck zur Kostenreduktion ist bei der Raiffeisenbank Olten ohnehin kleiner als bei anderen Instituten. Wie André Schaad als Vorsitzender der Bankleitung ausführte, bewegt sich die Bank mit einer Bilanzsumme von 786 Millionen Franken weiterhin auf einem gesunden Wachstumskurs und sie brillierte im Jahr 2018 mit durchwegs sehr guten Kennzahlen.

Sie legte damit ein wahres Kontrastprogramm zu den Negativschlagzeilen von Raiffeisen Schweiz rund um den früheren CEO Pierin Vincenz an den Tag. Andrej Golob gab seiner Enttäuschung darüber Ausdruck und versprach, dass er sich auf nationaler Ebene dafür einsetze, sich auf die alten Raiffeisen-Werte zurückzubesinnen.

Auf die Raiffeisenbank Olten wartet bis Mitte 2020 die Herausforderung von zwei Umzügen. Die Umbaupläne für den Sitz an der Ringstrasse 15 werden konkreter und sollen gemäss André Schaad eine Atmosphäre persönlicher Nähe schaffen, die allen Kunden dient. Die neue Architektur soll auch intern neue Zusammenarbeitsformen ermöglichen. Noch vor Ende dieses Jahr disloziert die Bank ihre Aktivitäten für rund sechs Monate in die ehemalige Städtlipost, bevor sie wieder aus dem Provisorium in die umgestalteten Räume zügelt.

10'000 Franken für die Hupp

Teilhaben an ihrem Jahresgewinn von 903'181 Franken lässt die Raiffeisenbank Olten mit ihrer diesjährigen Vergabe die WG Treffpunkt. Sie unterstützt mit 10 000 Franken den Bau des Naturspielplatzes und Erlebnisorts Hupp in Wisen, der am 17. August dieses Jahres Eröffnung feiert. Als Geschäftsführer der WG Treffpunkt, die sich seit 15 Jahren als Sozialunternehmen versteht, das Lebenswelten schafft, stand Michael Häfeli der Versammlung vor der Bon-Übergabe Red und Antwort.

Wie immer genossen auch das Essen und der Unterhaltungsteil an der GV der Raiffeisenbank Olten einen hohen Stellenwert. Peter Bircher zeigte als Mitglied der Bankleitung für einmal sein Talent als Conférencier, indem er zielsicher durch den Abend lotste. Voll den Nerv des Publikums trafen Hackbrettmusiker Nicolas Senn und Boogie-Woogie-Pianist Elias Bernet, die mit ihrem Auftritt für Begeisterungsstürme sorgten.