Stadtrat
Oltner Kunstmuseum soll umziehen – 7 Fragen und Antworten

In einer zweiten Etappe nach dem Haus der Museen soll nun das Kunstmuseum Olten erneuert werden. Der Stadtrat beantragt dem Gemeindeparlament den Verbleib an der Kirchgasse, aber eine Verschiebung von der Nummer 8 in die 10, ergänzt mit einem Anbau. 7 Fragen und Antworten.

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Das Kunstmuseum (rechts) soll im Haus links, dem einstigen Naturmuseum, Einzug halten.

Das Kunstmuseum (rechts) soll im Haus links, dem einstigen Naturmuseum, Einzug halten.

Patrick Lüthy

Die kleine imaginäre Irrfahrt des Kunstmuseums Olten könnte im September ein Ende finden. Mehrere Standortvarianten nämlich wurden im Zeichen des neuen Settings der städtischen Museen diskutiert. Auch das aktuelle Hübelischulhaus stand einst zur Debatte, oder gar ein Standort auf der rechten Stadtseite. Jetzt aber schlägt die Exekutive als neuen Standort jenen des einstigen Naturmuseums vor. Das Kunstmuseum soll also leicht nach Westen rücken. Am 24. September steht der Entscheid im Gemeindeparlament zur Debatte.

1 Warum überhaupt ein neuer Standort?

Das Kunstmuseum an seinem jetzigen Standort (Kirchgasse 8) befindet sich in einem sehr schlechten baulichen Zustand. Vor allem die Tragfähigkeit der Böden lässt zu wünschen übrig. Zudem ist das Haus nicht barrierefrei; es fehlen Räumlichkeiten für Wechselausstellungen, die Sammlung des Kunstmuseums und das Depot sowie diverse Technikräume.

Blick in einen der jetzigen Räume des Kunstmuseums. Ignaz Epper und Otto Morach Aufbruchstimmung und Zukunftsangst vor 100 Jahren und "Kunst ins Leben! Otto Morach als Plakatgestalter"

Blick in einen der jetzigen Räume des Kunstmuseums. Ignaz Epper und Otto Morach Aufbruchstimmung und Zukunftsangst vor 100 Jahren und "Kunst ins Leben! Otto Morach als Plakatgestalter"

Bruno Kissling

2 Warum bleibt das Museum in der Innenstadt?

Nach Einschätzung des Stadtrates bedeutet der Verbleib des Kunstmuseums eine Stärkung des «Kulturviertels», verbunden mit ansprechender Aufenthaltsqualität. Eine Konzentration der (Kultur)Kräfte, wie diese auch im Detailhandel angestrebt wird, erscheint dem Stadtrat sinnvoll. Stadtkirche, Bibliotheken und Ludothek im Hübelischulhaus, Haus der Museen sowie das Kunstmuseum in der repräsentativen Baute Kirchgasse 10 würde im Umkreis von kaum 50 Metern die Innenstadt attraktivieren und als kleines Kulturviertel auszeichnen, das nach Ansicht des Oltner Stadtrates in Städten vergleichbarer Grösse seinesgleichen suchen würde. Was ebenfalls für den Verbleib spricht: Die Stadt ist bereits im Besitz von Liegenschaften in der Innenstadt, während in anderen Stadtteilen diese Voraussetzung nicht gegeben ist.

3 Wie steht’s um die Strategie am neuen Standort?

In das Museum am neuen Standort soll die private Stiftung für Kunst des 19. Jahrhunderts fest integriert werden. Deren Sammlung geniesst nationale und internationale Ausstrahlung. Als Zielsetzung für die künftige Ausrichtung wurde auch festgelegt, das Kunstmuseum klein aber fein zu halten. Konkret: Mit der Neupositionierung am neuen Standort geht kein Anspruch auf ein quantitatives Wachstum einher.

4 Wie wird das Haus baulich verändert?

Das ausgearbeitete Raumprogramm bei der Neupositionierung des Kunstmuseums umfasst eine Fläche von rund 1600 m2. Das sind 270 m2 mehr als bisher. Neu hinzu kommen 50 m2 für das 2019 aus Platzgründen weggefallene Disteli-Kabinett, 40 m2 für Kaffeebar und Museumsshop, 50 m2 für die Werkstatt sowie 35 m2 als Depotreserve. Eine Anbaute im rückwärtigen Raum des einstigen Naturmuseums ist vorgesehen.

5 Welche Kosten sind mit dem Projekt verbunden?

Die Kosten für die Museumserneuerung nach dem vorgesehenen Szenario bewegen sich in einer Grössenordnung von geschätzten 10 bis 14 Millionen Franken. Zielsetzung soll gemäss Stadtrat sein, zwischen einem Viertel und einem Drittel der genannten Summe fremdfinanzieren zu lassen. Drunter ist nicht eine städtische Neuverschuldung zu verstehen, sondern die Stadt rechnet mit Donatorenbeiträgen Privater, von Stiftungen und Fonds.

6 Und was passiert mit der Baute am alten Standort?

Die Liegenschaft Kirchgasse 8 wurde in der Vergangenheit mehrfach relativ stark umgebaut. Vor Jahrzehnten war im Parterre Kleider Frey ansässig, daher rührt die Glasfront. Ferner wurde das Haus um ein Stockwerk erhöht. Altstadtkommission und die kantonale Denkmalpflege gehen aufgrund der zahlreichen Abweichungen vom Ursprungszustand deshalb so weit, die Liegenschaft zum Rückbau freizugeben und durch einen zeitgemässen, ortsbaulich und architektonisch überzeugenden Neubau zu ersetzen, der in einem Wettbewerbsverfahren unter Berücksichtigung des aktuellen Volumens ermittelt wurde.

Was aus der Liegenschaft des jetzigen Kunstmuseums wird, wird noch bestimmt. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Naturmuseum Kunstmuseum Kirchgasse Olten 2018

Was aus der Liegenschaft des jetzigen Kunstmuseums wird, wird noch bestimmt. OLYMPUS DIGITAL CAMERA Naturmuseum Kunstmuseum Kirchgasse Olten 2018

Bruno Kissling

7 Welches sind die nächsten Schritte?

Die Stadt plant als nächstes einen Architekturwettbewerb über die beiden Liegenschaften. Denkbar wäre, dass die Liegenschaft Kirchgasse 10 allenfalls unter bestimmten Auflagen veräussert würde.