Karitative «Pumpe»
Oltner Herzlauf schickte 200 Läufer auf die Strecke

Der Oltner Herzlauf gehört zu den liebenswürdigen Anlässen der Region. Auch heuer wollten über 200 Läuferinnen und Läufer dabei sein. Sie erlaufen jeweils zwischen 40000 und 50000 Franken.

Urs Huber
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Ein Schluck tut immer gut: Moment aus dem Schülerlauf an der Stempelstation, wo die «amtliche» Zahl der Runden registriert wird.

Ein Schluck tut immer gut: Moment aus dem Schülerlauf an der Stempelstation, wo die «amtliche» Zahl der Runden registriert wird.

Bruno Kissling

Gelegentlich spricht der Volksmund etwas lax von der «Pumpe», wenn er das Herz meint. Und um im Jargon zu bleiben: Ihre «Pumpe» betätigten gestern Samstag über 200 Läuferinnen und Läufer jedwelchen Alters, um pro zurückgelegten Kilometer (oder Runde) durch die verkehrsberuhigte Innenstadt die Herzstiftung und die Initiative «Rotary Pfadi-Lagerplatz» zu unterstützen. «Zwischen 40 000 und 50 000 Franken kommen jeweils zusammen, die hälftig geteilt werden», sagt der pensionierte Arzt Rudolf Stäubli. «Die eine Hälfte geht an die Herzstiftung, über die Verwendung der andern Hälfte bestimmen die beiden mitorganiserenden Rotary Clubs Gösgen-Niederamt und Olten West.»

Stäubli übrigens hat alle bisherigen Herzläufe in Olten organisiert. Auch den heurigen, die 16. Ausgabe, verantwortet er. «Im Laufe der Zeit ist die Veranstaltung immer etwas grösser und lebhafter geworden. Vor ein paar Jahren kam der Kinderlauf dazu. Und meistens hatten wir gutes Wetter», bilanziert er. So wie gestern Samstag: Trocken und nicht zu warm, wie der Wetterbericht voraussagte. Stäubli übrigens macht selbst am Herzlauf mit, während Hugo Saner, der eigentliche Vater des Laufs, am Mikrofon in liebenswürdig-charmantem Tonfall das Laufgeschehen kommentiert.

Es versteht sich fast von selbst, dass auch Schüler der Primarschule Olten mitrennen. Von sämtlichen städtischen Schulhäusern machen sich Kinder bereit. Ihrer acht aus der Klasse 4e vom Hübelischulhaus etwa konnte Lehrer Markus Schmid zur Teilnahme motivieren. «Es hat gute Läuferinnen und Läufer drunter», schätzt der Lehrer die Seinen ein. «Ich vermute, sechs bis sieben Runden werden einige schaffen.» Pro Runde übrigens spendiert die Stadt einen Zweifränkler, der schliesslich den beiden Zielorganisationen zufliesst. Manche Kinder suchen sich logischerweise auch private Sponsoren und begnügen sich nicht mit dem städtischen Batzen. Tja, wenns ums Herz geht, sind alle mit dem Herzen dabei. Da können auch Grossväter und -mütter zum Spenden animiert werden.

Die diesjährige Streckenführung – die ursprüngliche war wegen Belegung der alten Brücke nicht realisierbar – zwang sogar den Linienbus vom und ins Kleinholz gelegentlich in die Knie. Immer dann nämlich, wenn eine Gruppe von der Leberngasse herkommend die Strasse zum Schütziparkplatz querte. Nicht immer eine leichte Aufgabe für die Streckenposten, die sich aus der sogenannten «Herzgruppe» rekrutierten. Nicht des Busses wegen, sondern weil recht viele sportliche Velo- und Autofahrer den Weg an die Mühlegasse und wieder zurück suchen. «Am schwierigsten wirds, wenn du den Lenker anwinkst, der aber nicht reagiert», so ein Helfer. Aber alles geht gut. Im kleinen «Dichtestress» finden alle den Weg aneinander vorbei. Und gelegentlich weht der Wind den Duft von Grilladen oder Risotto über den Platz. Ach Gott: Gutes tun mit gutem Essen verbinden – Herz, was willst du mehr?

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