Gemeindeparlament Olten
Oltner Gemeindeparlament winkt Vorlage zum Haus der Museen durch

Das Oltner Gemeindeparlament stimmt der 5,9-Millionen-Vorlage zum Haus der Museen fast einstimmig zu – doch eine Mahnstimme gibt es.

Fabian Muster
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So sähe das Erdgeschoss des neuen Haus der Museen aus: Links entstünde ein Veranstaltungsraum für Vernissagen. Rechts fiele der Arkadendurchgang weg und es gäbe den Eingangsbereich.

So sähe das Erdgeschoss des neuen Haus der Museen aus: Links entstünde ein Veranstaltungsraum für Vernissagen. Rechts fiele der Arkadendurchgang weg und es gäbe den Eingangsbereich.

Wenn fast alle Parlamentarier einem millionenteuren Kultur-Geschäft zustimmen, dann muss am Donnerstagabend im Oltner Gemeindeparlament Historisches passiert sein. Und tatsächlich ging es bei der Vorlage zu den städtischen Museen auch um die eigene geschichtliche Identität: Das Parlament hat das 5,9-Millionen-Geschäft für das neue Haus der Museen mit 43 Ja zu einer Nein-Stimme durchgewunken. SVP-Fraktionspräsidentin Doris Känzig liess sich sogar zur Formulierung hinreissen, mit der Konzentration von zwei der drei städtischen Museen in einer Liegenschaft habe Stadtschreiber Markus Dietler «eine Glanzidee» gehabt. Sympathisch und vertretbar sei auch die Finanzierung trotz der aktuell angespannten Lage Oltens. Für die von der Stadt zu tragenden Ausgaben von 5,9 Millionen Franken müssen nämlich keine anderen Investitionen zurückgestellt werden. Zur Vorlage hat das Volk das letzte Wort.

Auch die anderen Parteien lobten das «sorgfältig ausgearbeitete Projekt», welches das kulturelle Erbe erhalten solle, so Grüne-Fraktionssprecherin Myriam Frey Schär. Und für SP-Sprecher Eugen Kiener zeige das Haus der Museen, dass Olten bei der Kultur nicht nur abbaue, und die Stadt mehr sei als nur ein Bahnhof oder eine grosse Kreuzung.

Die Werbung des Stadtpräsidenten Martin Wey vorgängig wäre eigentlich gar nicht mehr nötig gewesen. «Mit dem Haus der Museen gibt es eine Win-win-Situation», so der Stadtpräsident. Einerseits würden die Gebäude saniert und zugleich die Ausstellungen modernisiert. Mit einer Ablehnung sparte man kein Geld: Die bisherigen Liegenschaften der städtischen Museen müssten trotzdem saniert werden, was mit geschätzten 10 bis 12 Millionen Franken teurer kommen würde, zudem wären die Ausstellungen nicht modernisiert. «Wir hätten sanierte Gebäude, aber die alten Ausstellungen.»

In die aufgeräumte Stimmung von links bis rechts gesellte sich mit der Grünliberalen Beatrice Schaffner allerdings eine Mahnerin aus der Mitte: «Die grosse Frage ist, welche Folgekosten das neue Haus der Museen hat.» Die Betriebskosten wie Personal oder Unterhalt seien nirgends ausgewiesen. Stadtpräsident Wey versicherte der einzigen Gegnerin des Projekts, dass es bei diesem Posten «sicher nicht mehr, sondern ganz klar weniger» Ausgaben geben werde. Die genauen Betriebskosten seien klar, sobald die Details ausgearbeitet würden.

Diverse Fraktionssprecher machten aber deutlich, dass die Zusage zur ersten Etappe mit Haus der Museen nicht heisst, dass auch die zweite Etappe mit dem angedachten Umzug des Kunstmuseums ins jetzige Naturmuseum-Gebäude ähnlich leicht durchkommt. SVP-Fraktionschefin Doris Känzig: «Ein Ja der SVP zum Haus der Museen bedeutet nicht, dass die Partei auch zum Umzug des Kunstmuseums Ja sagt.»