«23 Sternschnuppen»

Oltner Gastspielhaus ist erfolgreich - die nächste Ausgabe steht schon

«Memory of an Elephant» brachten mit Folk das Kino Capitol zum Wippen.

«Memory of an Elephant» brachten mit Folk das Kino Capitol zum Wippen.

Bereits ist die Ausgabe der 23 Sternschnuppen 2016 in trockenen Tüchern. Die Freude ob der guten Besucherfrequenz und der eingenommenen Kollekten hat das Kulturkollektiv überzeugt.

Es kam anders als befürchtet. Nach anfänglich ziemlicher Zurückhaltung bezüglich Kollekte purzelten im letzten Drittel die Rekorde. Auch das Gastspielhaus der «23 Sternschnuppen» kam mehrfach an seine Kapazitätsgrenzen.

Die Freude darob war seitens des veranstaltenden Kulturkollektivs derart gross, dass sie sich bereits zu einer Zusage für eine Durchführung im 2016 hinreissen liessen.

Spitzer für Gomringer

Eine satirische Filmauswahl, begeisternde Musik sowie viermal lokales Kulturschaffen: Das waren die Sternschnuppen 17 bis 23. Und erstmals in der (noch) jungen Geschichte des Adventskalenders erschien eine Künstlerin nicht.

Nora Gomringer musste aus gesundheitlichen Gründen auf eine Reise nach Olten verzichten. Der deutsche Slam Poet Thomas Spitzer war der Ersatz für ihren Auftritt mit Philipp Scholz.

Bei der Dreier-Auswahl der Internationalen Filmtage Winterthur überzeugte vor allem der Film «Sabotika», eine von Witz und Schalk geprägte Persiflage auf Tourismus, Ostnostalgie und industriellen Grössenwahn.

Mit der Erzählstimme von Helmut Vogel, ein in Olten häufig anzutreffender Schauspieler übrigens. Die Luzerner Band «Franky Silence & Ghost Orchestra» entpuppte sich als die Band, die nicht laut sein will. Schatten-Chansons und Folk noir, einlullend schön.

Rekord an Bühnenpräsenz

Ausgesprochen weihnachtlich hingegen der Projektchor Olten. Und ein Rekord an Menschen auf der Bühne. Über 60 Sängerinnen und Sänger. Abends darauf lieferte die junge Oltnerin Lisa Christ eine respektvoll freche, virtuelle Kunstführung, dicht und bereichert mit feiner Ironie sowie hübschem Ernst.

Für Gänsehaut und ein mitwippendes Kino Capitol sorgte die Oltner Band «Memory of an Elephant» und der Schlussabend gehörte einem weiteren Lokalmatadoren, Slam Poet Kilian Ziegler und vielen glücklichen Gesichtern.

Zu den ganz grossen Herausforderungen bei den «23 Sternschnuppen» gehört die Bündelung von über 20 Vereinen, Künstlerformationen und Institutionen, die Einsatzkoordination für die 23 halben Stunden und das Programm– sprich zweimal ungefähre Ausgewogenheit.

Im Rückblick lässt sich feststellen: Auch bei Künstlerinnen und Künstlern gilt, nicht immer ist das drin, was auf der Verpackung steht. Kabarett kann plötzlich eine Weihnachtsgeschichte sein und Theater eine Performance.

Wird trocken zusammengezählt, kommt man zu folgendem Ergebnis. Heuer waren je zwei Filmabende und Performances zu erleben sowie je einmal Zauberei, Kindertheater, Tanz, Clownerie und eine virtuelle Kunstführung.

Zu hören waren drei Lesungen – zwei davon musikalischer Art, einmal Peter Bichsel – und fünf musikalische Darbietungen; von der Einzelkünstlerin bis zum grossen Chor.

Die Liste führt mit insgesamt sechs Abenden das Genre SpokenWord an, mal als klassisches Slam Poetry, mal musikalisch, dann mit kabarettistischen Elementen. Gänzlich ausgeklammert waren die Bereiche Schauspiel sowie Kabarett/Satire und bestimmt noch das eine oder andere Kulturgenre mehr.

Aber es soll ja nicht das letzte Mal gewesen sein. Erste Diskussionen hinter den Adventstüren weisen darauf hin: Einer fünften Auflage des Oltner Kultur-Adventskalenders sollte nichts mehr im Wege stehen, aber mit personellen Veränderungen.

Zum einen soll das Potenzial der neuen, jungen Kulturtäterinnen und Partner genutzt werden. Auch fürs Programms. Zum anderen darf sich der grosse Aufwand auf mehr Hände verteilen. Rochaden willkommen. Man darf gespannt sein.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1