Festakt

Oltner feiern die umgebaute und verkehrsfreie Kirchgasse

Die verkehrsbefreite und umgebaute Kirchgasse ist am Montagabend offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Die Eröffnung hatte wahrhaften Volksfestcharakter.

Drei Volksabstimmungen und ungezählte Debatten und Vorstösse im Parlament und aus der Bevölkerung haben ihr den Weg geebnet: Gemeint ist die umgestaltete und verkehrsbefreite Kirchgasse, die am Montag mit einem kurzen offiziellen Festakt der Öffentlichkeit übergeben wurde.

Dass Liedermacher Christian Schenker und seine Groovy Devils danach konzertierten und dabei den Song «Dehei» zu besten gaben, liess die Devise zirkulieren: «Jetzt erst recht».

Schenker nämlich hatte in seinem «Oltner Song» eine Hymne auf die Stadt platziert, die zwar nicht vor Liebe strotzte, aber sich doch ein Bekenntnis abrang: «Ig be z’Oute deheim.» Und dies, obwohl Zürcher meinen, Olten liege im Aargau und die Basler die Eisenbahnerstadt als Nebelloch bezeichnen würden, wie Schenker in seinem Text kolportiert.

Jedoch: «Mir liits am Härze» vibrierte Schenker in den Abendhimmel und das versammelte «tout Olten» war sich mit ihm und den groovigen Teufeln einig: Genau, darauf kommts an. Denn die neue Kirchgasse hat das Zeug zum Melting Pot, wo sich Olten trifft und – freut.

500 Ballone – und mehr Bratwürste

An die 500 verteilte Luftballons liess der Stadtrat und künftige Stadtpräsident Martin Wey dann nach seiner kurzen und wohltuend pointiert gehaltenen Ansprache in den Himmel steigen. «Symbolisch wollen wir damit der ganzen Welt unsere Freude über die Neugestaltungen der Kirchgasse kundtun», so Wey.

4,4 Mio. Franken hatte das ganze Projekt verschlungen, davon entfielen rund 2,8 Mio. auf die Stadt Olten. Man sei sogar unter Budget geblieben, so der Redner weiter.

Volksfeststimmung

Die verteilten Bons für Bratwurst und ein Getränk hingegen, die blieben – im Gegensatz zu den Ballonen – am Boden. Und trugen so zu der Volksfeststimmung bei, die sich schon kurz nach 18 Uhr eingestellt hatte. Schon früh bildeten sich lange Schlangen vor den Grillständen und rasch mauserte sich die Kirchgasse zum eigentlichen Treffpunkt.

So etwas hatte die Stadt schon lange nicht mehr gesehen. Die vielen Strassencafés jedenfalls sorgten für eine bisschen Ferienstimmung mit Weltstadtatmosphäre in heimeligem Cachet. Und wer sich umsah und sich in andern Sphären wähnte, brauchte sich nur mal umzublicken und schon fiel sein Blick auf die Stadtkirche, die, wie ein Passant im Vorbeigehen sagte, ausnahmsweise offene Türen samt Chilekaffi offerierte.

Olten musiziert mit

Es war, was die musikalische Note betrifft, ein Anlass à la mode d’Olten. Eröffnet worden war der Festakt vom SBB-Bläserensemble. Olten - klar: die Eisenbahnerstadt. Und nach 21 Uhr dann legte die Big Band Olten los. Dazu flanieren und ein bisschen die Welt geniessen. Und wer genau hinhörte, der glaubte, auch ein leises Wellenrauschen vernehmen zu können.

Wellenrauschen? Ja klar; vor sich hin sprudelte der neue Brunnen, der im Volksmund bereits nach wenigen Tagen einen Spitznamen verpasst erhalten hat. Dem Aschenbecher eines bekannten Oltner Zigarrenrauchers nämlich soll er nachempfunden sein.

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