Bahnhof Ost

Oltner Bahnhof erhält 700 neue Fahrradparkplätze

Anita Huber unterzieht das Konzept einer ersten Prüfung.

Anita Huber unterzieht das Konzept einer ersten Prüfung.

Das Fassungsvermögen der neuen Velostation Bahnhof Ost beträgt 700 Fahrräder. Ins Auge stechen einem sofort die grünen Wände, vor denen unzählige Doppelstock-Veloständer stehen.

Olten und Bahnhof – fast unweigerlich stellen viele diese Verbindung her. Umso wichtiger ist es, dass das (vermeintliche) Wahrzeichen der Stadt eine gute Falle macht – einen Beitrag dazu leistet mit Sicherheit die neue Velostation Bahnhof Ost an der Tannwaldstrasse, die ab 1. Juni geöffnet ist.

An der am Mittwoch stattgefundenen Aufrichte und politischen Einweihung sprach Stadtrat und Baudirektor Thomas Marbet denn auch von einer «Aufwertung im Untergrund». Dem Stadtrat sei es wichtig, den Langsamverkehr zu unterstützen, ihn aber auch zu bewältigen, fuhr er fort und verwies auf die Veloabstellplätze, die es zu kanalisieren gelte.

Velostation kostete 3,8 Millionen

Genau dies wird nun getan. Konkret kann die zirka 116 Meter lange und knapp acht Meter breite Station mittels Doppelstock-Veloständern (660 Plätze) sowie 40 Plätzen für Spezialvelos (Tandems, Anhänger etc.) 700 Fahrräder beherbergen. Während davon 590 Plätze frei zugänglich sind, befinden sich 110 in einem nur mit Badge zugänglichen Bereich und werden für 15 Franken im Monat vermietet. Zur Miete stehen ausserdem 192 Helmfächer. Die gesamte Anlage wird von der Kantonspolizei mithilfe von Kameras überwacht.

Eine Rampe führt in den frei zugänglichen Bereich, wo künftig 590 Fahrräder Platz haben.

Eine Rampe führt in den frei zugänglichen Bereich, wo künftig 590 Fahrräder Platz haben.

Marbet erwähnte den vor vier Jahren vom Gemeinderat gefassten Kreditbeschluss von über 12 Millionen Franken, womit einerseits der Bau der Velostation, andererseits aber auch die Realisierung der Aufgänge und des im Sommer 2014 fertiggestellten Bahnhofplatzes genehmigt wurden. Für die Velostation sowie die Treppenabgänge mit den zugehörigen Empfangshallen vor den Bahnhof-Unterführungen wurden dabei jeweils 3,8 Millionen Franken aufgewendet. Gelegenheit, sich selbst ein Bild von der Anlage zu machen, bot die anschliessende Besichtigung. Ins Auge springen einem sofort die grünen Wände, vor denen unzählige Veloständer stehen.

Letztere wurden von Gemeinderätin Anita Huber einem Praxistest unterzogen: Beim Versuch, ihr Damenrad auf einen höheren «Stock» zu hieven, mussten vier starke Arme mit anpacken. So erstaunt es nicht, dass sie das Unterfangen anfänglich als «schwierig» bezeichnete. Dank einem Trick kriegte sie den Dreh aber doch noch raus: «Man sollte das Velo nicht hochheben, sondern zuerst das Vorderrad vorschieben.»

Eine Hexerei ist es demzufolge nicht, wie auch Urs Kissling, stellvertretender Leiter Baudirektion, erklärte: «Die Handhabung gestaltet sich relativ einfach, da eine Hydraulikfeder eingebaut ist.» Trotzdem: Das Konzept «Fahrrad irgendwie hinstellen», wie dies bisher an der Martin-Disteli-Strasse und der Tannwaldstrasse praktiziert wurde, ist unkomplizierter.

Doch kann man dort künftig noch sein Fahrrad parken? «Das Ziel ist, oberirdisch keine Veloabstellplätze mehr zu haben», verneint Stadtschreiber Markus Dietler. Der Velostation-Betreiberin Oltech AG sei deshalb der Auftrag erteilt worden, ab laufendem Betrieb alle oberirdisch geparkten Fahrräder nach unten zu bringen. Seines Wissens würden sich die umliegenden Restaurants zudem überlegen, an der Tannwaldstrasse eine Aussenwirtschaft zu betreiben, so Dietler. «Und was die Martin-Disteli-Strasse angeht, werden dort noch Arbeiten für die Kiss-and-Ride-Zone ausgeführt.» Die Fahrräder müssen wohl oder übel in den Untergrund weichen.

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