Kirche

Oltens Katholiken unter neuer Führung

Leitung des «Pastoralraums SO 11»: Pfarrer Mario Hübscher (links) und Diakon Andreas Brun.

Leitung des «Pastoralraums SO 11»: Pfarrer Mario Hübscher (links) und Diakon Andreas Brun.

In und um Olten schliessen sich die katholischen Kirchgemeinden organisatorisch zusammen. Künftig gibt es zwar weniger Gottesdienste, ein Teil des eingesparten Geldes wird aber in Fachleute investiert.

Seit vergangenem Monat stehen die katholischen Pfarreien von Olten unter neuer Führung. Nachdem Ende November mit Peter Fromm der letzte Leiter einer Oltner Pfarrei in den Ruhestand getreten ist, sind nun der zuvor in Bern tätige Diakon Andreas Brun und Pfarrer Mario Hübscher, der bislang in Zug tätig war, mit der Leitung der beiden katholischen Oltner Stadtpfarreien St. Marien und St. Martin betraut.

Doch nicht nur Oltens Katholiken erhalten somit eine neue Leitung: Auch jene von Trimbach, Hauenstein-Ifenthal und Wisen sind hierbei mitinbegriffen, die Gemeinde Starrkirch-Wil ist schon seit längerem an Oltens St.-Marien-Pfarrei angeschlossen. Zusammen bilden die fünf Pfarreien den «Pastoralraum SO 11», dessen Errichtung einiges an Reorganisation mit sich bringt. 

Die heutigen Aufgaben hätten sich differenziert gegenüber den einstigen, meint auch Mario Hübscher: «Wofür es früher den Pfarrer gab, der vom Religionsunterricht über die Bildungsarbeit bis hin zu psychologischen Gesprächen alles gemacht hat, braucht es heute spezialisierte Fachleute.» Um dieses Fachwissen in Bereichen wie beispielsweise Sozialarbeit, Familien- und Arbeitsrecht bereitstellen zu können, fasst man mehrere Pfarreien zu Pastoralräumen zusammen, für welche die entsprechenden Experten dann zuständig sind.

Die Einsparungen, die der Zusammenschluss aufgrund der entstehenden Synergien ermöglicht, sollen zur Finanzierung dieser neuen Leistungen verwendet werden. «Grundsätzlich wird angestrebt, dadurch unter dem Strich keine Mehrkosten zu generieren», sagt Werner Good, Pfarreirat der Pfarrei St. Martin.

Für die damit verbundene Umstrukturierung geben sich Brun und Hübscher nun rund ein Jahr lang Zeit. Dabei übernimmt Brun unter anderem die organisatorischen und personellen Aufgaben, koordiniert mit Administration und Behörden. Mario Hübscher obliegt die persönliche Seelsorge und die inhaltliche Gestaltung der Gottesdienste, in deren Rahmen er zum Beispiel auch die Kirchenmusik für alle fünf Pfarreien bestimmt. Zudem leiten beide regelmässig Messen.

Künftig weniger Gottesdienste

Bei den Gottesdiensten haben sich bereits nennbare Umstellungen ergeben. So fällt zum Beispiel die Samstagsmesse in der St. Marienkirche weg. Dafür ist man am Sonntag in beiden Oltner Pfarreien persönlich vor Ort. Um dies zu ermöglichen, findet die Messe in der Marienkirche neu eine Viertelstunde später statt. «Die neuen Zeiten ermöglichen es uns, regelmässig in allen Pfarreien anwesend zu sein und nach den Gottesdiensten mit den Menschen ins Gespräch zu kommen», erklärt Hübscher.

Zu Veränderungen kam und kommt es auch in personeller Hinsicht. Nebst den bereits stattgefundenen Rück- und Neuantritten im Vorfeld ist seit diesem Monat Theologin Antonia Hasler angestellt. «Sie leitet Gottesdienste, hält Predigten und ist unter anderem für die Altersarbeit verantwortlich», wie Brun erläutert.

Ende Januar kommt es ausserdem zum seit November vorgesehenen Abgang von Katechetin Mechtild Storz Fromm, die nach rund 17-jährigem Engagement in der Pfarrei St. Marien eine Anstellung in einem anderen Pastoralraum antritt. Es habe keinen Platz mehr für sie im neuen Gefüge, liess Storz Fromm Ende November im Pfarrblatt der Region Olten verlauten. Brun möchte die Personalie nicht weiter kommentieren.

Mangelhafte Kommunikation

Lange sei nicht klar gewesen, welche Veränderungen die neue Führung mit sich bringt und ob pfarreiliche Angebote gekürzt würden, monierten manche Gemeindemitglieder im Vorfeld des Chefwechsels. «Vor unserem Stellenantritt hatten Mario Hübscher und ich beide noch Hundertprozentstellen in anderen Pfarreien. Deshalb konnten wir gar noch nicht in Olten präsent sein», erklärt Brun die teilweise als mangelhaft wahrgenommene Kommunikation.

Das habe zu Unsicherheiten über die künftige Angebots- und Personalpolitik geführt. Nun sei man aber hier und stehe für Fragen aus der Gemeinde jederzeit zur Verfügung.

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