Gewerbe-Umfrage

Oltens Gewerbler wollen in der Innenstadt mehr Gas geben

Im «Ringverkehr» wünschen sich über 80 Prozent der Befragten eine Erhöhung des Rempolimite.

Im «Ringverkehr» wünschen sich über 80 Prozent der Befragten eine Erhöhung des Rempolimite.

Die Mehrheit der Gewerbler will im «Ringverkehr» die Tempolimite von 20 auf 30 Km/h erhöhen. Das zeigt die aktuelle Umfrage des Oltner Gewerbeverbands.

«Die Innenstadt ist eine gute Sache» – da sind sich die Detaillisten und Gewerbetreibenden der Stadt Olten laut einer aktuellen Umfrage des Oltner Gewerbeverbands einig. Zumindest die 25 Prozent, die an der Umfrage teilgenommen haben. Trotz des positiven Grundtenors finden die Gewerbler – 14 Monate nach der Eröffnung der verkehrsfreien Innenstadt mit den neuen Tempozonen – die Regelung noch nicht ideal. Im Gegenteil: Laut den Befragten gibt es noch einige Verbesserungsmöglichkeiten.

Busverkehr überflüssig

Gleich 86 Prozent wünschen sich eine leichte Anpassung der Tempolimite im sogenannten «Ringverkehr» um die Innenstadt (ab Rötzmatttunnel, Leberngasse, Solothurnerstrasse, Hammerallee und Ringstrasse) aus – und zwar generell von 20 auf 30 km/h. «Tempo 20 darf nur da sein, wo Tempo 20 auch ‹erlebbar› ist, also ohne Trottoir und mit weniger Platz für die Autos» und «Die Tempo-20-Zone ist für Auswärtige nicht einladend. Tempo 30 hat sich in anderen Städten bewährt.» sind einige der Argumente der Befürworter. Lediglich 13 Prozent der Befragten wollen die Tempolimite im Ringverkehr nicht anheben.
Bei den Tempozonen bemängelten einige eine adäquate Signalisation. Diese müssten viel besser und erkennbar gemacht werden. Auch die Beleuchtung wurde kritisiert: Diese sei mangelhaft. In der Umfrage gab es aber auch die Stimmen, die nicht wieder gleich alles ändern wollen.

Fehl am Platz ist für einige der Busverkehr durch die Innenstadt (Baslerstrasse, Schützenmatte): «In einer Flanierzone hat der Bus nicht zu fahren.», «Die Buslinie durch die Konradstrasse hat sich nicht bewährt.» Ein Befragter meint sogar: «Der Busverkehr durch die Innenstadt (Baslerstrasse, Schützenmatte) sollte verboten werden.»
Fahrverbot als «Zumutung»

Einige Bemerkungen gingen auch über die Innenstadt hinaus. Zwar habe sich dort das Verkehrsregime grundsätzlich bewährt, aber das Fahrverbot durch die Tannwaldstrasse sei oft eine Zumutung und für Unternehmer ein ernst zu nehmender Kostenfaktor (Zeit). Ein Gewerbebetrieb klagt seit der Eröffnung der verkehrsfreien Innenstadt über einen Umsatzrückgang von 12,8 Prozent, während im Geschäft in einer andern Stadt im gleichen Zeitraum ein Plus von 5,3 Prozent erwirtschaftet wurde. «Wie lange will man uns in Olten noch Sand in die Augen streuen?», fragt ein Betroffener in einer der wenigen negativen Bemerkungen.

Weitere drei Jahren testen

65 Prozent der Befragten zieht trotz des vorhandenen Verbesserungspotentials der verkehrsfreien Innenstadt eine positive Bilanz. Die neue Regelung habe sich bewährt. Deshalb solle man weitere drei Jahre Erfahrungen sammeln und danach eine Standortbestimmung vornehmen. 34 Prozent stimmt der ersten Aussage zu, will aber nicht weitere Erfahrungen sammeln. Ein Prozent äussert sich nicht.

Parkgebühren ruinieren Geschäft

Es gibt auch konkrete Vorschläge, um die Innenstadt noch attraktiver zu gestalten. Es brauche weniger Markierungen und Schilder. Oder, die Pfosten an der Hübelistrasse sollten wieder demontiert werden. «Es ist sehr mühsam zum Wenden bei Anlieferungen.» Die bussenfreie Umsetzung bei der Einführung des neuen Verkehrsregimes während der Sommerferien 2013 wird «als Frechheit» empfunden.
Auch die Erhöhung der Parkgebühren wird als störend oder gar als «geschäftsschädigend» bezeichnet. Gefordert wird auch eine vermehrte Polizeipräsenz. Angesprochen wurden die regelmässig stattfindenden «Autorennen» zwischen «Mühlistutz» und «Schützi» sowie die ständigen Anpöbeleien und Drohungen in diesem Gebiet.

Gewerbe Olten bleibt dran

«Die Umfrage, respektive die Bemerkungen haben uns gezeigt, dass es eine grosse Zufriedenheit gibt. Allerdings werden wir auch die negativen Stimmen nicht überhören», lautet das Fazit von Fabian Aebi. Jedenfalls wolle sich Gewerbe Olten konstruktiv für Lösungen einsetzen, wo denn solche gefordert werden. Druck bei der Stadt wolle man aber nicht ausüben. «Durch die Umfrage, deren Auswertung an die Stadtverwaltung weitergeleitet wurde, haben wir lediglich die Befindlichkeit der Gewerbler mitgeteilt», hält Aebi weiter fest. Diese sei als «Hilfestellung» bei Entscheidungen gedacht. «Wir fordern bei der Stadt gar nichts. Wir wollen nur Hand in Hand eine Lösung finden, die für alle stimmt», so Aebi. Da Detaillisten, Unternehmer und Gastronomen den Puls bei der Bevölkerung spüren würden, werde es auch in Zukunft vermehrt Umfragen bei Mitgliedern geben. Denkbar wäre auch ein Anlass zu einem speziellen Thema.(mgt/do)

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