Ehemalige ERO Frikart AG

Olten verliert die Biegerei und 35 Jobs

Die ehemalige ERO Frikart AG, die seit 2003 zur Spaeter Gruppe gehört, schliesst ihre Biegerei in Olten.

Die ehemalige ERO Frikart AG, die seit 2003 zur Spaeter Gruppe gehört, schliesst ihre Biegerei in Olten.

Die Spaeter Gruppe mit Hauptsitz in Basel schliesst auf Ende Jahr die Biegerei an ihrem Standort in Olten. Betroffen von der Schliessung sind rund 35 Arbeitsplätze.

Das erklärt Spaeter-Geschäftsführer Peter Wetzel auf Anfrage. Weiterhin fortgeführt werden dagegen Lagerbetrieb und Abholmarkt. Wetzel begründet die Schliessung per Ende 2014 mit dem «brutalen Konkurrenzkampf», dünnen Margen und Überkapazitäten am Markt.

Der Geschäftsführer spricht von einem unangenehmen, aber doch unausweichlichen Entscheid. «Es gibt recht viele langjährige Mitarbeitende in der Biegerei Olten. Für diese bieten wir deshalb in unserer gruppeneigenen Biegerei in Sins weiterhin eine Beschäftigungsmöglichkeit», so der Geschäftsführer. Der Betrieb ins Sins, so Wetzel weiter, sei moderner ausgerüstet als jener in Olten und biete darum mehr Möglichkeiten, auf spezifische Kundenbedürfnisse zu reagieren.

Härtefälle vermeiden

Um den Stellenverlust möglichst sozial abzufedern, stellt Wetzel in Aussicht, im Extremfall den einen oder andern Mitarbeitenden auch zwei, drei Monate länger in Olten zu beschäftigen und im Grundsatz allen Betroffenen bei der Stellensuche behilflich zu sein. «Finden Mitarbeitende spontan eine neue Stelle, so legen wir ihnen keine Steine in den Weg.» Und falls alle Stricke reissen würden, wäre die Gruppe auch bereit, in gewissem Umfang auch Abfindungen auszurichten. Die Spaeter Gruppe hatte vor gut zehn Jahren die Oltner Traditionsfirma ERO-Frikart AG übernommen und diese 2010 umfirmiert. Die Betriebsräumlichkeiten am Rötzmattweg stehen aber nur teilweise im Besitz der Gruppe; die Baute der Biegerei etwa ist im Besitz der ERO Holding. Über eine andere Nutzung ist bislang nichts bekannt geworden. Auch hier seien Gespräche über eine künftige Nutzung im Gang, wie Wetzel versicherte.

Unia mit Verhandlungsmandat

Zwischenzeitlich hat die betroffene Belegschaft der Biegerei die Gewerkschaft Unia mit einem Verhandlungsmandat beauftragt. Darüber herrschte bei der einberufenen und offenbar gut besuchten Betriebsversammlung Einstimmigkeit. «Unsere Aufgabe wird es sein, in Gesprächen mit der Geschäftsleitung für die zum Teil langjährigen Mitarbeitenden möglichst gute und sozialverträgliche Lösungen zu finden», sagt Jesus Fernandez, Regionalsekretär der Unia Olten. Auf Arbeitnehmerseite hoffe man doch sehr, dass die Arbeitgeber nach Treu und Glauben agieren und sich nicht bloss in schönen Worten verlieren würden. «Wir werden für einen Sozialplan kämpfen, der diesen Namen auch verdient», so der Gewerkschafter auf Anfrage.

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