Olten
Unmut um Verkehrsschranken im Säliquartier – so wehrt sich der Stadtrat

Der Stadtrat Olten besprach die Reaktionen auf die Verkehrsschranken im Säliquartier. Erwartungsgemäss waren die Meinungen zu den am vergangenen Mittwoch eingeführten Massnahmen zahlreich und sehr unterschiedlich.

Urs Huber, Joel Dähler
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Barriere an der Gartenstrasse in Olten: einfach umgebogen.

Barriere an der Gartenstrasse in Olten: einfach umgebogen.

zvg

Noch hat das letzte Woche in Olten eingeführte neue Verkehrsregime fürs Säliquartier die Akzeptanzhürde offenkundig nicht geschafft. Nachdem am frühen Freitagmorgen die Barriere an der Riggenbachstrasse mutwillig zerstört wurde, war übers Wochenende jene an der Gartenstrasse an der Reihe. Damit sind die beiden Barrieren, die im Rahmen der Verkehrsberuhigung Säliquartier den Fluchtverkehr unterbinden sollten, innert 48 Stunden Anschlägen zum Opfer gefallen. Mittlerweile sind beide die Barrieren wieder instand gestellt.

Der Stadtrat verurteilt ausdrücklich die Vandalenakten an den Barrieren, die mit Steuergeldern wiederhergestellt werden müssen. Zu beiden Störaktionen hat die Stadt Anzeige gegen unbekannt eingereicht.

Stadtrat wehrt sich gegen den Unmut der Bevölkerung

An der Stadtsratssitzung am Montag fallen sehr unterschiedliche Aussagen. Während die einen von einem unsäglichen Experiment auf Kosten der Quartierbewohnerinnen und -bewohner sprachen, das sofort wieder abgebrochen werden müsse, danken die andern dafür, dass sich das Quartier wieder zu einem ruhigen und lebenswerten Ort gewandelt habe, «wo unsere Kinder und alle Bewohnenden sich wohl fühlen können», und betonen, die Sperrungen hätten schon viel früher erfolgen sollen. Anstelle von Polemik schlagen einzelne kritische Stimmen auch konstruktiv mögliche Anpassungen vor. Der Stadtrat nimmt einerseits die aktuellen Rückmeldungen auf, welche aber aufgrund der grossen Anzahl nicht alle einzeln beantwortet werden können. Anderseits sollen die Meinungen im Quartier auf einer möglichst breiten Basis abgeholt werden.

Der Stadtrat betont zudem, über die bevorstehenden Massnahmen sei seit dem Beschluss im vergangenen Dezember mehrfach und ausführlich informiert worden. Die konkreten Signalisationen seien ausserdem in einer amtlichen Publikation veröffentlicht worden. Mit einem direkten Schreiben informiert worden seien zudem die Anwohnenden der Strassen, bei deren Fahrtrichtung sich etwas geändert habe.

Weil die seit vielen Jahren bestehenden Fahrverbote im Säliquartier von Nichtberechtigten zu wenig beachtet würden und Polizeikontrollen nicht im erforderlichen Umfang möglich seien, habe der Stadtrat aufgrund von politischen Vorstössen aus dem Quartier beschlossen, die bestehenden Fahrverbote mit zusätzlichen Massnahmen zu unterstützen, sprich die Durchfahrt zu erschweren. Dies auch im Auftrag des Parlaments, das auch über die konkret geplanten Schritte informiert gewesen sei. Es handle sich um einen Versuchsbetrieb für maximal ein Jahr, der laufend ausgewertet werde. Leider bedeute dieser, dass auch die Durchfahrt für die Berechtigten erschwert werde. Der Stadtrat weist gleichzeitig darauf hin, dass nach der jetzigen Baustelle am Bahnhofquai, welche ungefähr bis Ende Jahr dauern dürfte, der Kanton einen weiteren Abschnitt auf der Hauptachse, nämlich zwischen Sälikreisel und Postplatz, umbauen wolle. Dann würde der Verkehr ohne Gegenmassnahmen erst recht ins Säliquartier ausweichen.

Nur ein Versuch

Der Stadtrat betont, es handle sich wie erwähnt um einen Versuch, mit dem auf Begehren aus dem Quartier selber eingegangen werde. Es werde sich aufgrund des Monitorings und der Rückmeldungen zeigen, was die Massnahmen bringen und wie sie nachher weitergeführt werden. Dafür brauche es aber eine gewisse Erfahrungszeit, weshalb er das aktuelle System nicht vorschnell wieder abändern wolle, sondern um etwas Geduld bitte. Anderseits müsse für allfällige Anpassungen nicht die einjährige Versuchsfrist abgewartet werden.

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