Die Holzbrücke in Olten verbindet seit mehr als 700 Jahren die beiden Aare-Ufer – dabei musste sie schon manches Unglück wegstecken. 

Erstmals urkundlich erwähnt wurde sie 1295. Sie machte Olten zu einem wichtigen Verkehrsknotenpunkt dieser Zeit. Zwischen Aarau und der damaligen Stadt Fridau, die später im Guglerkrieg zerstört wurde, führte einzig in Olten eine Brücke über die Aare. Mehrere Jahrhunderte lang blühte die Wirtschaft in Olten nur dank dieser Brücke.

Zwischen 1295 und 1797 musste sie mehrmals geflickt oder gar ganz neu gebaut werden. Schuld daran waren Hochwasser oder Kriege. Im Dezember 1651 regnete es etwa so stark, dass die Aare ganze Bäume mit sich führte. Das Schwemmholz riss die Brücke in Olten deshalb teilweise weg.

Zum letzten Mal vollständig zerstört wurde die Brücke 1797. Damals besetzten die Franzosen Gebiete der Schweiz und versuchten, eine Demokratie nach französischem Vorbild einzuführen.

Die alte Holzbrücke in Olten.

Die alte Holzbrücke in Olten.

In Solothurn stiessen die Franzosen auf wenig Widerstand: Schon nach zwei Tagen kapitulierte die Stadt. Aber es waren nicht etwa die Franzosen, die einige Tage später die Holzbrücke in Olten mit Fackeln in Brand setzten. Nein, es waren die Berner. Sie wollten die Brücke als Übergang unbrauchbar machen und brannten die Brücke gegen den Willen der Oltner Bevölkerung nieder. Neben der Brücke wurden auch das Torhaus, die Metzgerei der Stadt und das Pfarrhaus zerstört.

Die wütenden Oltner wollten nach diesem Erlebnis lieber von den Franzosen besetzt werden und hiessen sie mit einem Stadtschlüssel willkommen.

Olten brauchte eine schnelle Lösung

Die Einwohner von Olten interessierten sich offenbar weniger für die Weltpolitik, sie wollten vor allem möglichst schnell ihre Brücke zurück haben. Denn schon bald hatte sich der ganze Verkehr auf die Übergänge im Aargau verlagert. So entstand eine Notbrücke, bis Blasius Balteschwiler 1803 die heutige Aarebrücke baute.

Fast wäre statt der Holzbrücke eine Gusseisenbrücke gebaut worden. Auch eine Steinbrücke stand zur Diskussion. Die Regierungen in Bern und Solothurn entschieden sich aber für die traditionelle Variante aus Holz.

Kurz vor Baustart drohte das Vorhaben nochmals zu kippen: Mit Schrecken stellten die Oltner fest, dass die Brücke nur 20 Schuh breit werden sollte. Damit wäre die Brücke zu schmal gewesen, um den anfallenden Verkehr zu bewältigen. Mindestens 24 Schuh sollte die Breite betragen.

Der Bau wurde gestoppt, das bereits geschlagene Holz im Wald drohte zu vermodern. Im letzten Augenblick schloss die Solothurner Regierung schliesslich einen Vertrag mit Baltenschwiler ab, der die Brücke schliesslich für 12'309 Franken baute. Die Brücke wurde zu einem Wahrzeichen für Olten.

Mehrere Glimmbrände

In den letzten sechs Jahren musste die Feuerwehr gleich drei Mal zur Brücke ausrücken. In den Jahren 2012 und 2016 ging die Glimmbrände glimpflich aus. Sie konnten jeweils schnell gelöscht werden, die Schäden hielten sich in Grenzen.

Ganz anders am Mittwoch: Über eine Stunde lang loderten die Flammen auf der Brücke. Bis zum 4. April bleibt sie vollständig gesperrt. So günstig wie vor 200 Jahren wird die Reparatur nicht mehr. Die Stadt rechnet mit Kosten von mehreren 100'000 Franken.

In den letzten Jahren musste die Stadt immer viel Geld zahlen für Reparaturen der Brücke: Im Jahr 2012 kostete ein Kabelbrand die Stadt 75 000 Franken. In den Jahren 2013, 2015, 2016, 2017 zahlte die Stadt insgesamt 33 000 Franken für Schäden, die durch Glimmbrände entstanden waren. (rba)

Quelle: Peter Schärer. Kühne Projekte, vergessene Pläne. Der Oltner Aareübergang zwischen 1798 und 1804. In: Oltner Neujahrsblätter, 2004. 

Oltner Wahrzeichen in Flammen

Oltner Wahrzeichen in Flammen

Die alte Holzbrücke in Olten fing am MIttwoch, 28. März 2018, Feuer. Die Löscharbeiten erwiesen sich als aufwendig. Glutnester liessen die Flammen immer wieder auflodern.

Flammen am  28. März an der Oltner Holzbrücke – die Videos unserer Leser

Flammen an der Oltner Holzbrücke – die Videos unserer Leser