Olten SüdWest Ende Februar 2015: Die Szenerie erinnert ein wenig an die Italo- oder Spaghetti-Westernfilme der 1970er-Jahre: eine trostlose Geisterstadt in einer Wüstengegend. Der Wind pfeift um die Hausecken. Fetzen flattern aus offenen Fenstern.

Zu sehen ist keine Menschenseele, man spürt nur deren Anwesenheit. Einzig das Heulen eines einsamen Kojoten fehlt ...

Vor nicht gerade mal acht Monaten, Ende Juni 2014, hatten die Bauarbeiten zur gigantischen Überbauung Olten SüdWest auf dem Gelände der ehemaligen «Zementi» in Olten begonnen (wir berichteten). In Rekordtempo sind von über dreihundert Bauarbeitern 420 Wohnungen hochgezogen worden.

Die schweren Baumaschinen sind mittlerweile abgezogen, ebenso die Eisenleger und die Maurer. Nun sind die Fenstermonteure, Fassadenbauer und Innenausbauer am Werk. Doch einzig die unzähligen Firmenautos vor den Rohbauten deuten darauf hin, dass in den Gebäuden gearbeitet wird.

Draussen ist keine Menschenseele zu sehen. Was vor den Fassaden flattert im Wind wie zerschlissene Vorhänge im Western, sind Abdeckplanen.

Gründer, Bühnen und Autoren

Im Moment ist es kaum zu glauben: Im Herbst dieses Jahres müssen die 420 Mietwohnungen bezugsbereit sein. Für einen Teil davon sind die Mietverträge bereits abgeschlossen.

Aus der jetzigen Geisterstadt soll ein neuer, attraktiver Oltner Stadtteil mit parkähnlicher Gestaltung werden, mit Dienstleistungs- und Gewerbebetrieben, Begegnungszonen und bei einem späteren Ausbau sogar mit quartiereigenem Kindergarten, Schulen und Betreuungsangeboten.

Quartierstrassen hat der neue Stadtteil auch schon: Sie heissen Gründer-, Bühnen-, Erfinder- und Autorenstrasse.