Olten hat einen neuen Stadtteil: SüdWest. Dieser ist rasch zu integrieren, wozu es unter anderem Infrastrukturen braucht. Zum Beispiel gute Verbindungen in die Innenstadt. Dazu gehört das Projekt Hammerunterführung, über die Fussgänger und Velofahrer rasch in die Hammerallee und über diese ins städtische Zentrum mit Altstadt, Flanier- und Einkaufszonen gelangen können. Dieses Vorhaben ist zwar nicht gratis zu realisieren, doch es kann nachhaltig zur Belebung der Altstadt, des gesellschaftlichen Lebens und zu höheren Umsätzen in den Verkaufsgeschäften in Olten beitragen. Olten SüdWest soll zu einem lebendigen Teil Oltens werden und sich nicht zu einem Getto entwickeln. Weil auch der Eigentümer ein Interesse an einer gesunden Entwicklung von Olten SüdWest haben muss, hat er sich bereit erklärt, sich mit 2 Millionen Franken an den veranschlagten Kosten von 15 Millionen Franken zu beteiligen. Weitere 3 Millionen sind vom Bund zu erwarten, sodass Olten mit etwa 10 Millionen Franken zu rechnen hätte.

Wer die Altstadt beleben will, muss ebenfalls ein Interesse an einer attraktiven Anbindung der östlichen Stadtseite haben, was mit der jetzigen Winkelunterführung, die durch ihre unfreundliche Ausgestaltung den Menschenfluss zwischen den beiden Stadtteilen beeinträchtigt, nicht der Fall ist. Auch dieses in der Oltner Politik bekannte, aber nicht gelöste Problem trägt wohl dazu bei, dass die Besucherfrequenzen in der Altstadt bescheiden sind. Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern, wenn die Oltner Politik die vorhandenen Chancen nutzt und als Herausforderung annimmt. Die Voraussetzungen sind recht gut, denn die Altstadt bildet den Mittelpunkt zwischen Olten SüdWest mit dem vorgelagerten Hammer-Center und dem Sälipark sowie den grossen Bildungsinstituten, angeführt durch die Fachhochschule. Das heisst: Die Altstadt ist prädestiniert, zum pulsierenden Herzen zwischen den hochfrequentierten Stadtteilen und Einkaufszentren zu werden.

Die Oltner Altstadt mit ihren schönen Fassaden, aber einschränkenden Räumlichkeiten kann zwar im Detailhandel nicht mithalten mit den grossen Verkaufsläden. Doch sie bietet Raum und Verdienstmöglichkeiten für Gastronomie und Verkaufsgut, das mit Beratung verbunden ist. Und als Flanier- und Verweilzone kann sie Menschen nach Olten locken, von denen alle Anbieter in der Stadt profitieren können – vom Hammer-Center bis zum Sälipark. Mit einer solchen Win-win-win-Situation für die beiden Stadtseiten und das -zentrum im Visier, sollte eigentlich stadtweit bei den wichtigen Protagonisten die Einsicht reifen, dass alle am gleichen Strick ziehen sollten. Das gilt auch für die Aufwertung des Aareraumes als Erholungsgebiet für Einwohner, Beschäftigte und Kunden, mit der die Attraktivität der Dreitannenstadt noch weiter zu steigern wäre.

Zurück zu Olten SüdWest. Wie sich der neue Stadtteil entwickelt, hängt massgeblich davon ab, wie er hinsichtlich Infrastruktur sowie gesellschaftlich an die Stadt angebunden und hier integriert wird. Die Voraussetzungen sind derzeit schlecht, weil keine direkte Fussgängerverbindung besteht, was Bewohner von Olten SüdWest berechtigterweise beklagen. Ein Kiesgrubenweg ist keine zumutbare Lösung. Eigentlich hätte eine einladende Erschliessung parallel mit dem Wohnungsbau erfolgen sollen. Deshalb geht es jetzt sozusagen nur noch darum, Versäumtes nachzuholen.