Olten
Olten SüdWest braucht mehr Kinder

Rund drei Viertel der Wohnungen in Olten SüdWest sind vergeben. Vor allem an kinderlose Paare und Pendler. Kleinfamilien hingegen sind selten anzutreffen.

Deborah Onnis
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Hier sollen in Zukunft auch vermehrt Kleinfamilien einziehen – das wünscht sich die Verwaltung.

Hier sollen in Zukunft auch vermehrt Kleinfamilien einziehen – das wünscht sich die Verwaltung.

Bruno Kissling

Gerechnet hatte die Sturzenegger Immobilien AG, welche die Wohnungen von Olten SüdWest verwaltet, bis zum jetzigen Zeitpunkt mit 200 bis 250 vermieteten Wohnungen. Diese Erwartung konnte sie übertreffen: Derzeit sind 331, rund drei Viertel der insgesamt 421 Wohnungen, vergeben. Einige weitere sind laut Geschäftsführer Peter Meier reserviert.

Wer im neuen Quartier wohnt, schätze vor allem den Grundriss, die Waschmaschine und den Tumbler in der Wohnung und die Helligkeit im Raum. Dies sind derzeit aber vor allem kinderlose Paare und Einzelpersonen, häufig Pendler. Deshalb sind im Moment die 1,5- und 2,5-Zimmer-Wohnungen, die meist vermieteten. Die 3,5-Zimmer-Wohnungen, die laut Meier vom damaligen Beurteilungsgremium mit Vertretern aus verschiedenen Ämtern, gewünscht worden waren, sind lediglich rund 60 Prozent der 144 Wohnungen vermietet.

Diese sind eigentlich für Kleinfamilien gedacht, welche im Quartier aber noch stark in der Minderheit sind. Nur sechs Kinder können Olten SüdWest als ihr Zuhause nennen. Warum sich das Interesse bei Kleinfamilien in Grenzen hält, kann sich Meier nicht erklären. «In Zürich wären die 3,5-Zimmer-Wohnungen der Renner.» Deswegen sind in nächster Zeit verschiedene Werbeaktionen geplant, um die gewünschte Zielgruppe anzusprechen. Mehr Kinder wird es aber vielleicht auch schon mit den bestehenden Bewohnern geben, glaubt Meier.

Hinderlich für einige Interessenten könnte die beschränkte Erschliessung des Quartiers mit dem Bahnhof sein. «Auch die Bewohner wünschen sich eine bessere Anbindung», so Meier. Vor allem, wer zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs ist. Die Verwaltung wartet gespannt auf einen Entscheid der Stadt, da die Bauherrin Terrana AG auch bereit ist, 2 Mio. in die Erschliessung zu investieren.

Beschäftigt ist die Verwaltung nun am stärksten damit, die restlichen Wohnungen zu vergeben. Erst wenn alles vermietet ist, werden sie Erfahrungen auswerten und über eine nächste Bauetappe entscheiden. «Im besten Fall würden wir in etwa zwei Jahren weiterbauen», sagt Sigmund Bachmann von Terrana AG. Wohnungen, aber auch Gewerbebauten für Büros und Praxen. Und vielleicht sogar auch mal eine Schule.

Bezüglich Letzterem: Da müssen die aktuellen und die zukünftigen Olten Südwest-Bewohner noch sehr fleissig mithelfen.

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