Olten
Stimmvolk sagt klar Ja zum neuen Schulhaus im Kleinholz mit Dreifachturnhalle

Oltner Souverän befürwortet den Bau des Kleinholzschulhauses samt dazugehöriger Dreifachturnhalle mit grossem Mehr..

Fabian Muster
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So könnte das neue Schulhaus im Kleinholz aussehen.

So könnte das neue Schulhaus im Kleinholz aussehen.

Visualisierung: zvg/Nightnurse Images Gmbh

Einige werden das Oltner Abstimmungsresultat als einen Triumph der Einsicht und des Zukunftsglauben bezeichnen. Andere mögen darin einen finanziellen Hochseilakt mit hohem Absturz- und Einschränkungspotenzial für die Stadt sehen. Fakt ist: Das Oltner Stimmvolk sagt Ja zum neuen Schulhaus Kleinholz samt Dreifachturnhalle. Es löst die bestehenden Schulanlagen Hübeli und Zementi und den bisherigen Kindergarten im Kleinholz ab.

Stimmbeteiligung relativ hoch

Bei einer Stimmbeteiligung von 54,2 Prozent fand das Vorhaben Schulhaus mit Dreifachturnhalle eine grosszügige Mehrheit. 4255 Stimmen (71,3 Prozent) votierten für die Variante des offiziellen Olten, 1627 (27,3 Prozent) dagegen. 1,4 Prozent der Stimmen blieben leer. Und: 3141 Stimmen (52,6 Prozent) sprachen sich bei 2383 Neinstimmen (39,9 Prozent) allein für den Schulhausneubau aus. In der Stichfrage siegte dann die Variante mit Dreifachturnhalle. Sie vereinigte 4039 Stimmen auf sich; die Variante ohne Dreifachturnhalle erhielt deren 1345. 582 Stimmen (9,8 Prozent) gingen leer ein.

Schulhaus unbestritten, aber Turnhallen?

Wenig überraschend: Das Projekt war im Grundsatz nie bestritten, sieht man von eben seinem Attribut ab, dem Turnhallengeschäft. Daran nämlich schieden sich die Geister spürbar, aus monetären Gründen. Keine Turnhallen? Doppelturnhalle? Dreifachturnhalle? Alle diese Varianten waren im Vorfeld der Abstimmung im Gemeindeparlament diskutiert worden. Sehr deutlich, mit 35 zu 0 Stimmen bei 5 Enthaltungen, war das stadträtliche Projekt mit Schulhaus und Dreifachturnhalle im Parlament dennoch gutgeheissen worden. Am Schluss der Debatte brachte der Stadtrat eine Variantenabstimmung an die Urne: kein Schulhaus; Schulhaus mit Dreifachturnhalle oder Schulhaus ohne Turnhalle.

Mit dem Abstimmungsergebnis vom Sonntag steht fest: Oltens Souverän will eine Volllösung droben im Kleinholz, wo sich eine Bevölkerungsentwicklung abzeichnet, die das Projekt mit Schulhaus und Dreifachturnhalle trotz vorhandener Stadthalle als gerechtfertigt erscheinen lässt. Auch die Dreifachturnhalle war, etwa in der Abstimmungsbotschaft, als «Zukunftslösung» bezeichnet worden.

39,805 Mio. Franken sind ausgelöst

Knapp 40 Millionen Franken sind für das jetzt gutgeheissene Projekt veranschlagt. 25,62 Mio. Franken für das Schulhaus mit 16 Abteilungen. Davon sind deren vier für den Kindergarten vorgesehen. Bereits heute hält man weitere 8 Abteilungen im Auge, sollten sich die Schülerzahlen in bisherigen Mass entwickeln. Weitere 14,18 Mio. Franken entfallen auf die Dreifachturnhalle. Der Baubeginn ist fürs kommende Jahr veranschlagt.

Für Stadtpräsident Martin Wey, der mit der auslaufenden Amtsperiode aus dem Amt ausscheiden wird, ein glücklicher Abstimmungssonntag. «Ich war fast überzeugt, das Vollprojekt würde sich durchsetzen», gibt er auf Anfrage zu verstehen. Das Resultat sei ein starkes Zeichen für Schule und Quartier. Und mit der Dreifachturnhalle könnten auch die Vereine von einem besseren Angebot profitieren. «Das Resultat macht zudem deutlich, dass Schulhäuser immer als grosse Projekte verstanden werden und als eigentliche Generationenprojekte in die Geschichte eingehen.»

Stadthalle ungeeignet

Zum Hallenentscheid gibt Wey zu verstehen: «Man muss schon sehen: Die Stadthalle in ihrer aktuellen Konzeption ist einfach nicht geeignet für Turnunterricht an der Primarschule.» Sie sei eben eine Eventhalle.

Zu den Skeptikern in den Parlamentsdebatten gehörte SVP-Fraktionschef Matthias Borner. «Der Urnenentscheid spricht eine deutliche Sprache», gibt er auf Anfrage zu verstehen. Und es sei auch nicht von der Hand zu weisen, dass im Kleinholz ein neues Schulhaus gebraucht werde. «Das war in der ganzen Debatte auch nicht bestritten», reicht er nach. Wohl nicht zuletzt deshalb gab’s auch keinen eigentlichen Wahlkampf rund um das knapp 40 Mio. Franken schwere Projekt.

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