Olten
Städtische Betriebe Olten: Aufgeräumt, aber noch ungenügend

Das Oltner Gemeindeparlament heisst Bericht und Rechnung der Städtischen Betriebe Olten klar gut – Kritik wurde dennoch laut.

Urs Huber
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Könnte bereits im August kommenden Jahres bezugsbereit sein: das Betriebsgebäude der a.en.

Könnte bereits im August kommenden Jahres bezugsbereit sein: das Betriebsgebäude der a.en.

Bruno Kissling

Es war fast wie immer, wenn das Oltner Gemeindeparlament den Rechnungsabschluss sowie den Bericht der Revisionsstelle zur Kenntnis nimmt, jene der Städtischen Betriebe Olten (sbo) nämlich, dann deren Geschäftsbericht genehmigt und deren Verwaltungsrat Entlastung erteilt. Es gibt Lob und Kritik zugleich.

Betriebsgebäude

Der Rohbau ist im Sommer fertig

Noch vor den Sommerferien soll der Rohbau zum neuen Betriebsgebäude der Aare Energie AG (a.en) im Oltner Dünnernbogen fertiggestellt sein. «Die Bauarbeiten kommen planmässig voran», gibt Beat Erne, Vorsitzender der Geschäftsleitung und Leiter Marketing/Vertrieb auf Anfrage zu verstehen. Demnach kann die Baute wohl auch planmässig im Herbst 2022 bezogen werden. «Vielleicht ist dies bereits im August der Fall», so Erne. Das Projekt ist mit 20 Mio. Franken veranschlagt. Und auch hier kann der vorsitzende Geschäftsleiter vermelden: «Wir werden im Budget bleiben.» Der Baustart zum Betriebsgebäude stand rein äusserlich unter keinen besonders glücklichen Umständen. Er fiel im April 2020 mitten in den ersten Lockdown. «Wir haben uns damals noch gefragt, ob wir überhaupt starten sollen, standen doch verschiedene Szenarien ins Haus», berichtet Erne. Gar von Unterbrechungen auf dem Bau war damals die Rede. «Heute sind wir froh, den Baustart nicht verschoben zu haben.» Das Gebäude bietet Raum für mehr als 100 Arbeitsplätze. Die a.en wird lediglich deren 80 für sich beanspruchen. Das dritte Obergeschoss des Administrationsteils mit rund 40 Arbeitsplätzen wird vorerst als Reserve erstellt und längerfristig vermietet. «Es gibt Interessenten, aber noch nichts Konkretes», sagt Erne dazu. Aufs Dach kommt eine Fotovoltaikanlage mit einer jährlichen Stromproduktion von 100'000 Kilowattstunden zu liegen. Beheizt wird das Gebäude über eine elektrische Erdsonden-Wärmepumpe.  

Noch immer mangelnde Transparenz

Ersteres jeweils für das ausgewiesene Ergebnis (5,2 Mio. Franken aus der Erfolgsrechnung), Letztes für noch immer mangelnde Transparenz. Und dies obschon in der Rechnung 2020 die Stillen Reserven (gut 76 Mio. Franken) komplett aufgelöst wurden, was die Erfolgsrechnung mit epochalem Jahresgewinn von knapp 77 Mio. Franken dastehen liess. Ein wichtiger und vom Parlament seit langer Zeit geforderter Schritt Richtung Klarheit war damit getan.

«Aufgeräumt, aber noch ungenügend», könnte man bilanzieren. So sind die Bezüge der Verwaltungsräte noch immer nicht klar deklariert, was mehrere Voten aus Parlamentskreisen, unter ihnen auch die Stimmen von Muriel Jeisy (CVP/GLP/EVP-Fraktion) und Matthias Borner (SVP) tadelnd hervorhoben. Tadel gab’s auch für die als zu wenig innovativ ausgerichtet empfundene Zukunftsperspektive (erneuerbare Energien) des Betriebs. «Hier könnte doch mutiger vorangegangen werden», meinte Felix Wettstein (Grüne) etwa. Was soviel heisst wie: Den Gewinn verstärkt in Innovation und Förderung erneuerbarer Energien stecken.

Mehr Manna für die Stadt gewünscht

Sauer stiess einer Mehrheit im Parlament auch die Idee auf, mehr Geldmittel von der sbo in die Stadtkasse fliessen zu lassen, wie das Urs Knapp (FDP) in Betracht zu ziehen versuchte. Den Verkauf des Betriebs – angesichts drohender massiver Steuererhöhungen – wollte auch Parteikollege Heinz Eng nicht ausschliessen, was Ruedi Moor (SP/Junge SP) wiederum die Aussage entlockte, die sbo seien nicht in erster Linie dafür da, einfach nur Stütz zu machen. «Sie soll für sauberes Wasser und ökologisch verantwortungsvolle Energienutzung dastehen.»

In die gleiche Kerbe schlug auch Daniel Kissling (Olten jetzt!), der sich im gleichen Atemzug für eine nachhaltige Diversifizierung der sbo-Geschäftsfelder stark machte. Schliesslich fanden die stadträtlichen Anträge bei aller Kritik aber übergrosse Mehrheiten; und zwar auf allen Linien. Die Schlussabstimmung mit 35 zu 1 Ja-Stimmen bei 3 Enthaltungen setzte diesbezüglich ein mehr als deutliches Zeichen.

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