Olten
Stadtrat geht Leistungsvereinbarung mit Verein Budget- und Schuldenberatung Aargau–Solothurn ein

In Olten gibt es laut Beschluss des Stadtrates seit dem 1. Januar eine Budget- und Schuldenberatung – vorerst allerdings nur auf dem Papier. Interessierte müssen derzeit für Beratungen noch nach Aarau oder Solothurn ausweichen.

Tomasz Sikora
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Wer einmal in die Schuldenfalle getappt ist, kommt oft nur schwer wieder raus. Helfen soll die neue Budget- und Schuldenberatung.

Wer einmal in die Schuldenfalle getappt ist, kommt oft nur schwer wieder raus. Helfen soll die neue Budget- und Schuldenberatung.

Christian Beutler/Keystone

Vergangenen Sommer hat der Solothurner Kantonsrat das Sozialgesetz angepasst. Dabei wurde auch geregelt, wie im Sozialbereich die Kompetenzverteilung zwischen Kanton und Gemeinden aussehen soll.

In die Kompetenz der Gemeinden fallen demnach unter anderem die Förderung eines bewussten Umgangs mit Geld, die Unterstützung von Angeboten zur Schuldenprävention und die Schaffung einer Fachstelle oder Organisation, die Einwohnerinnen und Einwohner bei Fragen zu Budget und Schulden sowie bei Schuldensanierungen berät und begleitet.

Viel Expertise nötig

Für die Schaffung entsprechender Angebote wurde den Gemeinden eine Frist von zwei Jahren gesetzt. Aufgrund der unterschiedlichen Strukturen und Bedürfnisse in den 107 Solothurner Gemeinden ist vorgesehen, dass jede Gemeinde selber entscheidet, wie sie ein entsprechendes Angebot sicherstellen will.

In Olten soll das über eine Leistungsvereinbarung mit der Budget- und Schuldenberatung Aargau–Solothurn geschehen. Dies hat der Oltner Stadtrat in seiner Sitzung vom 19. Dezember entschieden, nachdem die Angelegenheit im Sommer mit den Anschlussgemeinden der Sozialregion Olten besprochen wurde.

Der Stadtrat begründet seinen Entscheid damit, dass das Leistungsfeld Budget- und Schuldenberatung die Inanspruchnahme von spezialisiertem Wissen erfordere, «wie es in der Region Solothurn nur die Budget- und Schuldenberatung Aargau-Solothurn anbieten kann». Ihr Angebot entspreche dem kantonalen Sozialgesetz und den Bedürfnissen eines Teils der Oltner Bevölkerung.

Konkrete Ausgestaltung noch ungeklärt

Die Leistungsvereinbarung, welche die Sozialdirektion Olten mit dem gemeinnützigen Verein für Budget- und Schuldenberatung Aargau–Solothurn eingegangen ist, ist seit dem 1. Januar 2023 in Kraft. Die Kosten belaufen sich auf jährlich 1.10 Franken pro Jahr pro Einwohner. Weiter hat der Stadtrat ein Walk-in-Angebot genehmigt, das jährlich 5400 Franken kostet. Also ein Angebot, bei dem man sich ohne Voranmeldung und Terminvereinbarung beraten lassen kann.

Unklar bleibt aber im Beschluss des Oltner Stadtrates, wohin sich Interessierte wenden müssen – angesichts der Tatsache, dass die Leistungsvereinbarung bereits in Kraft getreten ist, ist das erstaunlich. Vorerst bleibt ihnen also nichts anderes übrig, als die Büros der Beratung in Aarau oder Solothurn aufzusuchen.