Olten
So steht die Anwohnerschaft zum geplanten Bauprojekt im Kleinholz

Diese Zeitung hat sich in der unmittelbaren Nachbarschaft zum neuen Schulhaus in der Region Olten umgehört. Das sagen die Anwohner.

Cyrill Pürro
Merken
Drucken
Teilen
Hier auf dem Trainingsplatz des FC Olten soll die Schulanlage entstehen.

Hier auf dem Trainingsplatz des FC Olten soll die Schulanlage entstehen.

Bruno Kissling

Vergangenen Mittwochnachmittag im Oltner Quartier Kleinholz: Nur wenige Anwohnende tummeln sich auf den Strassen. Vereinzelt trifft man bei Spielplätzen auf eine Mutter mit Kind oder auf einen Herrn auf dem Weg zur Urne – in der Hand ein Abstimmungscouvert. Am 13. Juni befindet die Bevölkerung über die neue Schulanlage im Kleinholz . Abgestimmt werden kann über zwei Varianten, einmal mit und einmal ohne Dreifachturnhalle. Die Kosten belaufen sich auf knapp 40 Millionen Franken (wir berichteten). Bei einem Ja soll der Schulraum im Quartier plangemäss auf das Schuljahr 2024/25 zur Verfügung stehen.

Wenn man die Anwohnerschaft im Kleinholz fragt, wie sie zur Abstimmung zur Schulanlage steht, trifft man bei vielen auf erleichterte Mienen. Wiederum andere zeigen sich nahezu amüsiert über die lange Planungsdauer des Projekts. «Es wird langsam aber auch Zeit», meint die 2014 zugezogene Therese Gerber. Für sie ist klar: Sporthallen und Sportplätze sind in der Stadt Olten unterrepräsentiert. «Und das als Sportstadt», fügt Gerber an. Sie bemängelt, dass Oltner Vereine aus Platzgründen zum Training unter anderem nach Aarau ausweichen müssen. Was die sportlichen Angebote anbelangt, zeigt sich die Lehrerin Jeannine Kunz erfreut: «Bei einem Ja zur Dreifachturnhalle könnten wir den Sport im Quartier und vor allem die Vereine fördern», sagt die 43-jährige Mutter. Sie erhofft sich ausserdem, dass das Schulhaus mehr Familien anzieht, die das Quartier beleben. Auch eine Mutter, die anonym bleiben will, stimmt für die Schulanlage.

«Für mich gehört ein Schulhaus einfach zu einem Quartier mit vielen Familien dazu.»

Kritischer steht sie aber zur Dreifachturnhalle. Sie verstehe die Argumentation, dass die Stadthalle viel ausgebucht sei, ist aber der Meinung, eine Einfach- oder Doppelturnhalle würde ausreichen. «Grundsätzlich bin ich aber eher für die Turnhalle.»

Entlastung vor allem beim Schulweg

Katharina Zweifel ist Mutter von zwei Kindern. Sie schliesst sich der Meinung an, dass es für ein Schulhaus langsam Zeit wird. «Ein Schulhaus im Kleinholz würde unsere Familie entlasten», sagt sie. Sie verweist auf ihre beiden Kinder und erklärt, dass die Tochter das neue Schulhaus noch von innen sehen könne. Ihr Sohn hingegen wäre zu diesem Zeitpunkt schon zu alt. Momentan müssten ihre Kinder quer durch die Stadt gehen, um zum Hübelischulhaus in der Innenstadt zu gelangen.

Ein weiterer Passant, der 72-jährige Peter Bäni, bezeichnet das lange hinausgezögerte Projekt gar als «Trauergeschichte», weil es solange bis zur Abstimmung dauerte. Er selbst war Schulleiter im Schulhaus Hübeli in Olten. Er sei aber für das Schulhaus inklusive neuer Dreifachturnhalle.

Sportvereine sind für neue Halle

Mit der neuen Schulanlage hätte der FC Olten ein Trainingsfeld weniger. Der Präsident Isidor Meyer geht dadurch von mehr Engpässen bei den Trainingsplänen aus. «Wir müssen uns unter den Vereinen absprechen, wer wann und welches Feld nutzt», so Meyer. Trotzdem würden Vereine von kürzeren Schulwegen der Kinder profitieren. Zur Dreifachturnhalle sagt er: Durch eine neue Halle könnten Vereinsanlässe auch drinnen stattfinden wie etwa das Veteranen-Turnier des FC Olten. Auch die IG Sport, die Interessengemeinschaft für Vereine in Olten, ist für eine Schulanlage mit Dreifachturnhalle. Deren Präsident Martin Grütter schreibt auf Anfrage: Die Stadthalle sei erstens mangels spezifischer Infrastruktur nicht für den Sportunterricht geeignet und zweitens oft auch zu Unterrichtszeiten wegen Anlässen und Ausstellungen besetzt. Zudem gab es bei diversen Vereinen vor allem im Nachwuchsbereich ein Mitgliederwachstum – und das könnte mit den steigenden Schülerzahlen so weitergehen. Bereits jetzt trainierten einige Mannschaften auswärts, auch im Juniorenbereich. «Die betreffenden Vereine dürften sich über mehr Hallenkapazität am Abend und am Wochenende sehr freuen.»