2.Wahlgang
Savoldelli und Löffel holen sich die beiden weiteren Stadtratsmandate in Olten

Die FDP kann mit Benvenuto Savoldelli ihren Sitz im Stadtrat verteidigen. Neu vertreten ist Olten jetzt! mit Politneuling Nils Löffel. Damit verlieren die Bürgerlichen einer der beiden bisherigen Sitze.

Urs Huber
Merken
Drucken
Teilen

Bruno Kissling

Der neue Oltner Stadtrat für die Amtsperiode 2021 bis 2025 ist komplett: Zu den beiden Bisherigen Marion Rauber (SP) und Thomas Marbet (SP) und dem Neuen Raphael Schär-Sommer (Grüne), die schon im ersten Wahlgang vom 7. März 2021 gewählt worden waren, stossen im zweiten Wahlgang vom 25. April noch Benvenuto Savoldelli (FDP, bisher) mit 2396 Stimmen und neu Nils Löffel (Olten jetzt!) mit 2384 Stimmen hinzu. Bei einer Wahlbeteiligung von 44,1% wurden von den fünf verbliebenen Kandidierenden hingegen Beat Felber (CVP) mit 1941 Stimmen, Thomas Rauch (unabhängig) mit 865 Stimmen und Rolf Sommer (SVP) mit 776 Stimmen nicht gewählt.

Damit gliedert sich Olten ein in die Reihen jener Schweizer Städte, die von links-grünen Mehrheiten regiert werden. Seit gestern Sonntag ist klar: Die fünf Exekutivämter sind ab 1. August von vier links-grünen Vertreterinnen und Vertretern besetzt; Benvenuto Savoldelli als Repräsentant der FDP hat mit einem furiosen Schlussspurt zwischen dem ersten und dem zweiten Wahlgang den Sitz für jenes Bürgertum halten können, welches bis vor 8 Jahren jeweils das Amt des Stadtpräsidiums bestellte. Bei einer Stimmbeteiligung von 44,1 Prozent holte der Freisinnige das Bestresultat, dicht gefolgt von Nils Löffel von Olten jetzt!, der im ersten Wahlgang noch bester Nichtgewählter gewesen war. Beat Felber, der zweite bürgerliche Kandidat, belegt klar den dritten Platz, während die zwei wild kandierenden Thomas Rauch und Rolf Sommer am gestrigen Wahlsonntag nicht über Statistenrollen hinauskamen und deutlich weniger Stimmen auf sich vereinen konnten als noch in der Märzwahl.

«Es fühlt sich heute schon ganz anders an»

Für Benvenuto Savoldelli ein Freudentag, nachdem er im März lediglich im 6. Rang klassiert war und um sein Mandat bangen musste. «Es fühlt sich heute schon ganz anders an», so ein glücklicher Savoldelli. Er habe deutlich mehr Zeit in Wahlwerbung investiert. Darin sieht er einen der Gründe für seine fulminate und erfolgreiche Aufholjagd. «Und vielleicht haben wir auch die bürgerliche Wählerschaft grundsätzlich besser mobilisieren können.» Inwieweit die neue Zusammensetzung im Stadtrat das Regieren komplizierter mache, sei schwer zu sagen. Das werde sich in der Zukunft weisen.

Schon am Freitag verhalten zuversichtlich

Um seine ausgezeichnete Ausgangslage wusste Nils Löffel (Olten jetzt!). Am Freitag gab er sich schon verhalten zuversichtlich. «Ich glaube, uns hat der Umstand geholfen, dass SP und Grüne ihre Kandidaturen im ersten Wahlgang erfolgreich durchbrachten», meint er. Auch die Tatsache, dass die SP für den zweiten Wahlgang allein auf ihn gesetzt habe, sei sicher ein Versprechen gewesen. Und schliesslich ortet der Mann von Olten jetzt! auch im Wahlkampf einen Schüssel zum Erfolg. «Wegen Corona konnte der nämlich nicht in gewohnter Manier ablaufen. Das hat uns die Chance gegeben, auf die Präsenz in den sozialen Medien zu setzen», so der künftige Stadtrat. «Ich glaube, das haben wir wohl am besten hinbekommen.» Erwartungen an eine spezielle Direktion hegt Löffel keine. «Ich freue mich auf jede Direktion», gibt er zu verstehen.

Enttäuschung hält sich im Rahmen

«Ich nehme das Wahlergebnis sportlich», sagt der zweite bürgerliche Kandidat im Rennen, Beat Felber (CVP – Die Mitte). Natürlich bedauere er sein Ausscheiden. Zu zweit mit einem bürgerlichen Partner wäre es sicher «schön gewesen», wie sich Felber ausdrückt. «Aber wer antritt, muss mit einem solchen Ausgang rechnen», so der Mann, der nach dem ersten Wahlgang noch an fünfter Stelle lag und sich durchaus Hoffnungen auf einen erfolgreichen Wahlausgang machen durfte.

Nicht über eine eigentliche Statistenrolle hinaus kamen die beiden wild kandidierenden Thomas Rauch und Rolf Sommer. «Das Resultat zeigt die momentane Befindlichkeit in der Politszene: Das Lebensgefühl rund ums Thema ‹wer motiviert, wer bewegt› ist durchgedrungen», so Rauch. Im Übrigen aber sehe er keine wesentliche Änderung, selbst wenn der Stadtrat nun «noch weniger bürgerlich geworden ist». Für Rolf Sommer steht fest: Seine Kandidatur hat sich ausbezahlt. «Ich habe das doch nur gemacht, um die Frage des Krematoriums in den Vordergrund rücken zu können», sagt er. Geld für weiteren Wahlkampf habe er praktisch keines ausgegeben.

Damit setzt sich der neue Stadtrat wie folgt zusammen: 2 (bisher 2) SP, 1 FDP, 1 (1) Grüne und 1 (0) Olten jetzt!. Die CVP ist im neuen Stadtrat nicht mehr vertreten. Die Zahl der Frauen im Stadtrat ist von zwei auf eine gesunken.