Olten
Parlament will keine weiteren Massnahmen gegen Velodiebstähle: Man solle «bessere Veloschlösser einsetzen»

Das Oltner Parlament will keine zusätzlichen Massnahmen gegen Velodiebstähle und lehnt einen Volksvorschlag ab.

Fabian Muster
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An den neu installierten Metallständern wie hier an der Ecke Römerstrasse/Baslerstrasse können Velos angekettet werden.

An den neu installierten Metallständern wie hier an der Ecke Römerstrasse/Baslerstrasse können Velos angekettet werden.

Fabian Muster

In der Stadt Olten gab es noch nie so viele Velodiebstähle wie im vergangenen Jahr. Ein Zuwachs von knapp 18 Prozentpunkten wurde gegenüber 2019 verzeichnet. Anscheinend hatten es Banden vor allem auf teure Mountainbikes, Rennräder und E-Bikes abgesehen, wie die Kantonspolizei Ende März gegenüber dieser Zeitung erklärte.

Das ist auch der Bevölkerung entgangen, die sich in den sozialen Medien Luft machte über die vermehrten dreisten Diebstähle aus Garagen, Innenhöfen und gut einsehbaren Plätzen. Aus diesem Grund wurde Robin Kiefer aktiv. Er hat einen Volksvorschlag lanciert, 80 Unterschriften gesammelt und wollte den Stadtrat so beauftragen, etwas gegen die Velodiebstähle zu unternehmen.

Auch in seinem Verwandtenkreis hätte es einen Diebstahl zu beklagen gegeben, sagte der Ende April neu gewählte SVP-Parlamentarier in die Runde seiner künftigen Kolleginnen und Kollegen. Eine Mehrheit sah allerdings keine Notwendigkeit für zusätzliche Massnahmen. Den von Kiefer eingereichten Vorschlag wurde klar mit 32 zu 6 Stimmen nicht für erheblich erklärt.

Diebstähle gingen zurück

Das Parlament folgte damit dem Stadtrat, der nach diversen Verhaftungen der Polizei im vergangenen Sommer wieder eine Normalisierung der Lage festgestellt hat.

«Die Diebstähle sind auf ein Mass zurückgegangen, wie wir dies auch sonst kennen in Olten»,

sagte Stadtpräsident Martin Wey. Obwohl selbst einige Fraktionssprechende von negativen Erfahrungen erzählten, sahen sie keinen Grund mehr zu tun.

Eugen Kiener von der SP verwies auf die Selbstverantwortung jedes einzelnen: Man könne «bessere Veloschlösser einsetzen oder Apps, mit deren Hilfe Velos wieder gefunden werden». Zudem glaubte er, dass man zuwenig Acht gebe, weil man nach einem Diebstahl dank der Versicherung schnell wieder zu einem neuen Exemplar komme. Auch die vom Stadtrat thematisierte Videoüberwachung kam für eine Mehrheit aus Datenschutzgründen nicht infrage.

Christian Ginsig von der CVP/EVP/GLP-Fraktion verwies zudem auf die rund 1000 Abstellplätze, die beim Bahnhof schon mit Personal beaufsichtigt oder zum Teil gar videoüberwacht würden. Und Laura Schöni von Olten jetzt! erwähnte die Metallständer, die etwa an der neu gestalteten Baslerstrasse zu finden sind, um sein Gefährt auch anketten zu können.

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