Olten
Öffentlicher Tausch an den Gleisen: Bücherschrank schmückt Bahnhof

Nun gibt es auch am Bahnhof Olten «Books to go». Die Neuheit wurde am Mittwoch von der SBB an die Stadtbibliothek übergeben. Die Benutzung des Bücherschranks ist kostenlos.

Cyrill Pürro
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Von links: Dorothee Windlin, Roland Hochstrasser und Manuela Hunziker vor der Neuheit.

Von links: Dorothee Windlin, Roland Hochstrasser und Manuela Hunziker vor der Neuheit.

Cyrill Pürro

Die Züge rattern vorbei, die Menschen sind in Bewegung - nur einer steht still: der SBB-Bücherschrank am Oltner Bahnhof. Der Schrank, der von der SBB aus alten Fallblattanzeigern hergestellt wurde, steht nun vis à vis des Bahnhofbuffets in Olten. Er wurde am Mittwoch mit Büchern der Stadtbibliothek und der Jugendbibliothek befüllt. Die Freude aller Anwesenden bei der Einweihung ist gross.

Ein neues Zuhause für Bücher

Zum symbolischen Start des literarischen Pilotprojektes legen die Stadtbibliotheksleiterin Dorothee Windlin zusammen mit Leiter der Jugendbibliothek Roland Hochstrasser und zwei Praktikantinnen, Inji Kim und Leonita Rexhaj, Bücher in den Schrank. «Wir bekommen massenweise Bücher geschenkt», sagt Windlin. Diese werden auf Bestandestauglichkeit geprüft. Bücher, welche nicht in das Profil der Stadtbibliothek passen, wandern in den neuen Bücherschrank. Nach Windlin hätten die Bücher so immer ein neues Zuhause, egal welche Entscheidung getroffen werde.

Bücherschrank wird durch Bibliotheken betreut

Das Prinzip des Bücherschranks ist simpel: Person A legt ein Buch in den Schrank, Person B findet das Buch spannend und tauscht es mit einem eigenen, gebrauchten aus. Das Prozedere ist kostenlos. Wie Windlin sagt, soll der Schrank dadurch ein «Eigenleben» entwickeln.

«Falls es einmal weniger Bücher im Schrank haben sollte oder jemand mehrere Bücher mitnimmt, haben wir genügen Nachschub»,

so Windlin und Hochstrasser.

Die Aufgabe der beiden Bibliotheken ist es nicht nur für Nachschub zu sorgen, sondern den Schrank auch zwei Mal in der Woche auf «Unerwünschtes» zu kontrollieren. Damit meint Windlin Abfall oder Literatur mit beispielsweise pornografischem oder rassistischem Inhalt. Die beiden Praktikantinnen seien für die Kontrollen zuständig.

SBB-Stempel darf nicht fehlen

Freude herrscht nicht nur bei den Bibliotheksleitenden und den Praktikantinnen. Manuela Hunziker, Co-Projekt Leiterin Kreislaufwirtschaft bei den SBB, steht mit einem breiten Lächeln neben dem Bücherschrank. «Jedes realisierte Projekt stellt uns als SBB zufrieden», sagt Hunziker. Dem Bücherschrank wurde gar ein Design ganz nach dem SBB-Stil verliehen: Vier Buchstaben aus alten Anzeigetafeln, die das Wort «Books» formen. Beide Parteien blicken zuversichtlich in die Zukunft des Projekts. Die Pilotphase läuft bis Ende Oktober.