Olten
Neubewertung der Sachanlagen führt zu 76,7 Mio. Franken Gewinn bei den Städtischen Betrieben

Die Jahresrechnung 2020 der Städtischen Betriebe Olten (sbo) weist einen Gewinn nach Verzinsung von rund 76,7 Mio. Franken aus. Ursache für das in dieser Höhe einmalige Ergebnis ist eine Neubewertung der Sachanlagen.

Joel Dähler
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a.en Aare Energie AG - regionales Energieversorgungsunternehmen für die Stadt und die Region Olten. Sie nimmt die operative Führung der Städtischen Betriebe Olten (sbo) wahr.

a.en Aare Energie AG - regionales Energieversorgungsunternehmen für die Stadt und die Region Olten. Sie nimmt die operative Führung der Städtischen Betriebe Olten (sbo) wahr.

Bruno Kissling

Die Jahresrechnung 2020 der Städtischen Betriebe Olten (sbo), weist einen Gewinn nach Verzinsung von rund 76,7 (Vorjahr 3,5) Mio. Franken aus. Eine solche Summe sei ein einmaliges Ergebnis, schreiben die sbo. Ursache dafür ist eine Neubewertung der Sachanlagen, beziehungsweise die Auflösung stiller Reserven in der Höhe von 76,3 Mio. Franken.

Abrechnung der sbo mit einem ausserordentlich hohen Jahresgewinn.

Abrechnung der sbo mit einem ausserordentlich hohen Jahresgewinn.

zvg

Der tiefere Betriebsertrag gegenüber dem Budget ergebe sich vor allem aus den tieferen Umsätzen im Geschäftsbereich Erdgas/Biogas/Wärme durch das niedrigere Preisniveau. Auch der gegenüber dem Ertrag gesunkene Betriebsaufwand sei auf den Geschäftsbereich Erdgas/Biogas/Wärme zurückzuführen. Die höher ausgefallenen Abschreibungen seien unter anderem auf die längeren Abschreibungsdauern auf Grund der Neubewertung der Sachanlagen zurückzuführen. Schlussendlich resultierte ein um 0,8 Mio. Franken höheres Betriebsergebnis (EBIT) als budgetiert.

Stille Reserven aufgelöst

Die Informationsbedürfnisse der Öffentlichkeit sei in den letzten Jahren stetig gestiegen, meinen die sbo. Innerhalb des Gemeindeparlaments wurde zusätzlich der Wunsch einer Offenlegung der stillen Reserven laut. Der Stadtrat habe den Verwaltungsrat der sbo daher beauftragt, die Höhe der vorhandenen stillen Reserven sowie die Möglichkeit einer Anpassung der Bilanzierungspraxis zu prüfen.

Im vergangenen Geschäftsjahr wurden diese Überprüfung der stillen Reserven vorgenommen. Die Überprüfung wurde mit Unterstützung von externen Spezialisten durchgeführt. Basierend auf diesen Grundlagen haben sich die sbo entschieden, für den Jahresabschluss 2020 rückwirkend den Bestand der stillen Reserven auf dem Anlagevermögen in der Höhe von 76.3 Mio. Franken einmalig aufzulösen. Gleichzeitig geben die sbo damit die vorsichtige Bilanzierung in Bezug auf das Anlagevermögen auf und nehmen künftig höhere Schwankungen der Ergebnisse in Kauf. Die ausgewiesene Eigenkapitalquote steigt somit von rund 56% auf neu rund 74%. Die Grundlagen der Tarifberechnungen und damit die Tarife für Strom, Gas/Wärme und Wasser seien von dieser Buchwertkorrektur aber nicht betroffen.

Nachhaltig investiert

Die Nettoinvestitionen betrugen 9.3 (Vorjahr 9.6) Mio. Franken. Bei der Elektrizität wurde nebst dem Ausbau der öffentlichen LED-Beleuchtungen vor allem in Transformatorenstation, Mittelspannungsleitungen, Niederspannungsleitungen sowie drei neue Photovoltaikanlagen investiert. Im Bereich Gas-/Wärmeversorgung wurden vor allem Erneuerungsinvestitionen vorgenommen, indem einerseits Grauguss- und Duktilgussleitungen ersetzt wurden, und andererseits eine bisher unterirdische Bezirksreglerstation (Dampfhammer) durch eine oberirdische ersetzt wurde. Die Preisentwicklung im Gas erlaubte es, den Anteil Biogas im Standardprodukt für die Kundinnen und Kunden ohne Kostenfolge sukzessive auf 25 % zu erhöhen.

Das Wasserleitungsnetz wurde auf einer Länge von 2.7 km saniert. Die bereits im Vorjahr begonnene Komplettsanierung der aus dem Jahr 1947 stammenden Grundwasserpumpwerke konnte wie geplant abgeschlossen werden.

a.en im 19. Betriebsjahr zugunsten der sbo

Im Jahr 2020 bezahlte die a.en 64'000 Franken an Steuern zuhanden der Einwohnergemeinde. Ab 1. Januar 2021 werden auch die sbo als öffentlich-rechtlich selbständiges Unternehmen erstmals steuerpflichtig sein.

2020 war das 19. Betriebsjahr der Aare Energie AG (a.en); im zweiten Jahr mit den sbo als Alleineigentümerin und – nebst Dienstleistungsaufträgen für Dritte – ausschliesslich für die sbo tätig. Das gesamte Personal sei bei der a.en angestellt. Für den Jahresabschluss 2020 wurde eine Dividende von 30 % berücksichtigt.

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