Olten
Kirche St. Martin: «Putzt und gstrählt» und eingesegnet

Am Sonntag haben die Katholiken des Pastoralraumes Olten die Kirche St. Martin nach mehreren Renovationsschritten erstmals seit acht Monaten wieder nutzen können. Bischof Felix Gmür segnete das Gotteshaus ein.

Urs Huber
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Bischof Felix Gmür bei der Einsegnung der Kirche St. Martin in Olten.

Bischof Felix Gmür bei der Einsegnung der Kirche St. Martin in Olten.

Remo Froehlicher / Oltner Tagblatt

Wo er vor guten 10 Jahren zum Bischof geweiht wurde, dahin kehrte Exzellenz Bischof Felix Gmür am Sonntag wieder zurück. Nach St. Martin in Olten.Grund: Neuer Glanz für die Kirche. «Ökologisch so nachhaltig wie möglich» könne jetzt das Gotteshaus unterhalten und betrieben werden, sagte Bischof Gmür zu den abgeschlossenen Arbeiten. Und liess folgen: «Und dies mit guten Recht. Denn Gott kommt nicht in eine Welt, die untergeht.»

Seit Juni 2020 eine Baustelle

Von Juni bis Ende November letzten Jahres wurde die Gasheizung ersetzt durch eine Erdsondenwärmepumpe für Kirche, Saalbaute (ehem. Notkirche) und Pfarreiheim. Dazu waren 15 Erdsonden à 150 m Tiefe notwendig. «Hinzu kamen Abdichtungsarbeiten am Dach und an den Lukarnen der Kirche sowie neue Wetterschutz- Jalousien in den Fenstern der Glockenstuben», wie Baukommissionspräsident Roberto Thüring auf Anfrage erklärte. Und schliesslich fiel in diesen Zeitraum auch die neue Umgebungsgestaltung auf der Nord- und Westseite der Kirche und Saalbaute: «Mit Fokus auf die Biodiversität», wie Thüring weiter berichtet.

Kirchgemeidepräsident Thomas Laube

Kirchgemeidepräsident Thomas Laube

Remo Fröhlicher

Ab Mitte April bis 17. Dezember dieses Jahres folgte Arbeiten an den Innenräumen. So stand das Haus für Gottesdienste nicht mehr zur Verfügung. Stattdessen zogen die Katholiken an ihre einstige Wirkungsstätte in die Stadtkirche, «wo ihnen die Christkatholiken Gastrecht gewährten», wie Kirchgemeindepräsident Thomas Laube im Gottesdienst erwähnte.

Erneuert wurde in dieser zweiten Phase die Beleuchtung (Umstellung auf LED-Technik), der Einbau eines Leitsystems, welches Heizung, Beleuchtung, Akustikanlage, Glockengeläut sowie die Türschlösser der Hauptportale steuert. Thüring erklärt weiter:

«Nach dem Brand von Notre-Dame folgte jetzt auch bei St. Martin der Einbau einer Brandschutzanlage.»

Zudem wurden konservatorische Reinigung sämtlicher Wand- und Deckenoberflächen sowie Restaurierungen an Ausstattungen und Wandmalerei ausgeführt: «Und sonst noch tausend kleine Dinge», wie Thüring bemerkt.

Minutiös restauriert: So bleibt der Originalzustand der mittlerweile über 100 Jahre alten Kirche weitestgehend erhalten.

Minutiös restauriert: So bleibt der Originalzustand der mittlerweile über 100 Jahre alten Kirche weitestgehend erhalten.

Remo Fröhlicher

Im Innenraum wurden die Oberflächen nicht etwa frisch gestrichen, sondern mit «Radiergummi» und Lappen gereinigt. «Die Wandmalereien in den Seitenapsiden, im Chor und unter den Gewölbebögen wurden mit dem Haarpinsel Flecken für Flecken akribisch restauriert und so wieder in das Gesamtgemälde eingefügt», wie Thüring zu verstehen gibt. Schadstellen wurden neu aufgebaut und farblich minutiös restauriert und konserviert. So konnte der Originalzustand der mittlerweile über 100 Jahre alten Kirche weitestgehend erhalten bleiben.

Die Gesamtkosten der Sanierungen betragen rund 2,9 Millionen Franken. Schliesslich soll – geht es nach Bischof Gmür – vom sanierten Gotteshaus Bewegung ausgehen. «Denn Bewegung heisst, auf andere zugehen.» Im Übrigen verstand er diesen Auftrag nicht ausschliesslich für St. Martin, einer der zahlreichen Orte Immanuels, sondern wohl als einen solchen für sämtlich andern Kirchen auch; ob renoviert oder nicht. Denn: «Die Kirche hat es nötig, menschlicher zu werden», meinte der Bischof in seiner Predigt eindringlich.