Olten hat jetzt ganz offiziell einen Souvenirladen. Keinen mit kitschigen, bellenden Plüschhündchen, sondern eher mit klassischen und praktischen Dingen wie Hoodies, T-Shirts, Mützen und Schneidbretter, alle mit einem «Oute»-Aufdruck.

Alle Artikel gibt es zudem in limitierter Version. Nur zwei, drei Stücke bestellt der Geschäftsführer Willy Wyss. Auf Anfrage aber auch mehr.

Keine Werbung für Hilfsprojekt

Der 65-Jährige, der etwa 20 Meter weiter unten seit 35 Jahren sein Orthopädie-Geschäft hat, verwirklicht sich mit dem kleinen Laden, den er jeweils nach seinem Feierabend als Orthopäde noch mindestens eine Stunde betreibt. Und das ganz unkompliziert. So ist bei schönem Wetter die Wahrscheinlichkeit gross, dass man ihn zum Beispiel sonntags, wenn er als einer der wenigen in der Stadt Olten geöffnet hat, auch mal auf einem Liegestuhl vor dem Lädeli trifft. Wyss lacht und zuckt mit den Schultern. «Das bin ich.»

Den Laden betrachtet er als lockeres Hobby, hinter dem aber auch eine Herzensangelegenheit steckt. Der ganze Gewinn, der aus dem Verkauf resultiert, wird einem Hilfsprojekt in Tibet gespendet. Im Laden sind im Hintergrund drei Bilder von älteren Tibetern in Winterkleidung. «Ich überweise das Geld jeweils einem Mönch, den ich persönlich auf meinen Reisen kennen gelernt habe. Und er kauft damit vor Ort armen Leuten warme Kleidung oder andere benötigte Dinge.» Verwandte von Wyss hätten das Projekt auch vor Ort mitverfolgt. «Es ist wirklich eine gute Sache.» Werbung dafür macht der gebürtige Fulenbacher aber nicht aktiv. «Erst, wenn die Kunden bezahlt haben, erkläre ich ihnen, dass der Gewinn in das Projekt fliesst.»

Postkarten mit eigenen Sprüchen

Aussergewöhnliche Hingucker befinden sich im Laden unter dem untersten Regal. An der Wand sind Bilder mit chinesischen Drachen auf Holzhintergrund aufgestellt. Kunstwerke eines geflüchteten ausländischen Künstlers. «Im Laden gebe ich ihm so eine Verkaufsplattform», sagt Wyss.

Speziell fertigt Wyss für seinen Laden selbst Olten-Postkarten an. Dabei setzt er im Gegensatz zu den Hochglanz-Postkarten nicht auf eine perfekte Auflösung, sondern mehr auf exklusive Sprüche. «Wenn ich ein Sujet sehe und mit dem iPhone fotografiere, fällt mir immer gleich ein frecher Spruch dazu ein.» Manchmal auch zu frech, wie er sagt. Deshalb hat er selber schon einige Karten wieder aus dem Sortiment genommen.

Öffnungszeiten: Di und Mi 17.30 bis 18.30 Uhr; Do 18.30 bis 19.30 Uhr, Sa 13 bis 17 Uhr.