Videoüberwachung
Olten gibt 100'000 Franken für virtuelle Sicherheit aus

Im laufenden Jahr sollen die Videoüberwachungsanlagen in der Winkel- und Citypassage ersetzt werden. Die Stadt Olten investiert 100'000 Franken.

Urs Huber
Drucken
Teilen
Fast immer menschenleer: Die City-Passage unter der Handelshofkreuzung.

Fast immer menschenleer: Die City-Passage unter der Handelshofkreuzung.

HR Aeschbacher

Weder Winkel- noch Citypassage gehören zu den städtischen Lieblingsflecken. Viele Passanten befällt bei deren Nutzung ein leiser Schauer. Mit ein Grund, weshalb die beiden Passagen per Videoaufzeichnungen überwacht werden, die mittlerweile aber nicht mehr den neusten sicherheitstechnischen Anforderungen genügen. In der Geschichte der beiden Unterführungen ist dies die zweite Erneuerung.

Deshalb hat die Direktion Öffentliche Sicherheit fürs laufende Jahr den Ersatz der beiden Anlagen vorgesehen, der mit 100 000 Franken zu Buche schlägt und gemäss Franco Giori, Leiter Öffentliche Sicherheit, wohl erst in der zweiten Jahreshälfte vollzogen wird. Erst müssten konkrete Ergebnisse bezüglich der Zusammenlegung der beiden Polizeikorps vorliegen, so Giori. Die aktuellen Anlagen sind in die Jahre gekommen, was an breiter Front zu bemerken ist. «Die Datenübertragung erfolgt in der Winkelunterführung noch via Richtstrahl-Technologie; diese Technik findet nur noch Verwendung, wenn kein Glasfaserkabel vorliegt», sagt Franco Giori.

Die Übertragungssicherheit und die Geschwindigkeit seien dabei nicht optimal. Auch der Serverraum sei nicht gut untergebracht. «Er findet sich im Untergeschoss des Hotels Olten. Diese Örtlichkeit ist für verschiedene Personen zugänglich und entspricht nicht dem eigentlichen Sicherheitsstandard, den solche Aufzeichnungen erfordern», so Giori weiter.

Kaum noch genutzt

Ganz ähnlich verhält es sich mit der Anlage in der City-Passage, die gemäss weit verbreiteter Ansicht aber kaum noch benutzt wird und deren Ladenflächen leer stehen. Dennoch ist deren Überwachung angezeigt. Die Datenübertragung erfolgt dort über eine ISDN-Leitung; eine Technik, die in diesem Bereich kaum mehr Verwendung findet. Zu unbefriedigend sind die Transferleistungen bezüglich Qualität und Geschwindigkeit, wie Giori ausführt.

Zudem ist der Serverraum in einem Nebenraum der Herrentoilette angesiedelt, der hinsichtlich der Sicherheitsstandards nicht genügt. «Die Datensicherheit ist so weniger gegeben», weiss Giori.

Umstellen auf Glasfasertechnik

Beide Anlagen, jene im Winkel und in der City-Passage, werden auf Glasfasertechnik umgestellt, was sowohl Datensicherheit als auch Übertragungsgeschwindigkeit wesentlich verbessert. Auch für den Server ergibt sich ein neuer Standort. Dieser wird aus Sicherheitsgründen im Stadthaus eingerichtet. Dadurch könne die Wartung der Anlage durch die gemeindeeigene Informatikabteilung speditiver erbracht werden, argumentiert die Direktion Sicherheit. Ebenfalls auf zeitgemässen Standard wird die Technologie der Kameraausrüstung gebracht.

Die Einrichtung der Überwachung an sich ist im Grundsatz nirgends bestritten; dennoch unterstreicht die Direktion den Nutzen der Anlage. Mit der neuen zusammengeführten Anlage könne die Präventivwirkung durch Kameras beziehungsweise Hinweistafeln optimiert werden, da die beiden städtischen Anlagen zusammen mit jener der Kantonspolizei (Überwachung beider Bahnhofunterführungen) sämtliche Stadtquerungen «im Auge» behalten, Vorfälle aufzeichnen und bei der Identifizierung beziehungsweise Verfolgung von unbekannten Täterschaften wertvolle Hilfe leisten.

Aufzeichnungszeit: 72 Stunden

Auch unter den neuen Anlagen bleibt die bisherige Aufzeichnungszeit von 72 Stunden bestehen. Dies schreibt das Gesetz vor, wie der Leiter Öffentliche Sicherheit sagt. Beide Anlagen sind so konzipiert, dass eine Zusammenführung und eine Erweiterung jederzeit möglich sind. Bezüglich Erweiterung denken die Verantwortlichen etwa an den Ländiweg beziehungsweise die alte Brücke. «Ein einheitliches System macht auch Sinn betreffend der Handhabung», so Giori zum Schluss.