Olten
Erd- und Untergeschoss des Stadthauses sollen saniert werden – Machbarkeitsstudie kostet 220'000 Franken

Um das Erd- und Untergeschoss des Oltner Stadthauses sanieren zu können, hat der Stadtrat eine Machbarkeitsstudie für 220'000 Franken in Auftrag gegeben.

Fabian Muster
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Das Erdgeschoss des Oltner Stadthauses muss noch saniert werden.

Das Erdgeschoss des Oltner Stadthauses muss noch saniert werden.

Bruno Kissling

Vor sechs Jahren wurden die Obergeschosse des Oltner Stadthauses für 13,5 Millionen Franken erneuert, nun folgen noch die beiden Erd- und Untergeschosse, die damals ausgeklammert wurden. Als Grundlage für diese Sanierung muss geklärt werden, wie die Bausubstanz und der Zustand der technischen Anlagen aussieht. Dafür hat der Stadtrat kürzlich eine Machbarkeitsstudie für knapp 220'000 Franken an die Firma EBP Schweiz AG in Zürich in Auftrag gegeben. Im Budget 2021 war dazu sogar 250'000 Franken vorgesehen.

Heizung am Ende ihrer Lebensdauer

Wieso wurden die Sanierungsarbeiten im Erd- und Untergeschoss nicht zugleich mit den Obergeschossen vorgenommen? Baudirektor Thomas Marbet sagt auf Anfrage, dass zum einen die Heizung noch nicht am Ende ihrer Lebensdauer angekommen war und zum anderen für die Sanierung der Obergeschosse bereits ein zweistelliger Kredit vorgesehen war. Zudem liess die Stadt zuerst die Dämmmassnahmen ausführen, damit danach der effektive Verbrauch klar sei und die Dimensionen der benötigten Heizzentrale. Baudirektionsleiter Kurt Schneider geht davon aus, dass das Projekt einen siebenstelligen Betrag auslösen wird. Der Baukredit werde als separate und damit referendumsfähige Vorlage dem Gemeindeparlament vorgelegt.

Im Vordergrund steht bei der baulichen Sanierung laut Stadtratsprotokoll «ein möglichst weitreichender Erhalt der Bausubstanz». Bedeutsame bauliche Mängel sollen behoben werden. Unter anderem leide die Bausubstanz unter eindringendem Wasser aufgrund undichter Gebäudeteile. Dies zeige sich bei sämtlichen Bereichen im Innenhof sowie auch bei der Tiefgarage im Bereich der Dehnungsfuge, die Spannungen bei Temperaturschwankungen verhindern soll. Eine weitere Schwachstelle sei die Entwässerung der Terrasse. Und neu soll der unterkellerte Bereich der Dornacherstrasse den Lasten von 40-Tönnern standhalten können. Bisher ist dies nur bis 28 Tonnen der Fall. Im Februar 2020 mussten deswegen kurzfristig die entsprechenden Signalisationen angebracht werden, um eine Durchfahrt für schwerere Lastwagen zu verhindern.

Zukunftsfähiges Energiekonzept gefordert

Wie erwähnt ebenfalls ein Thema wird das Blockheizkraftwerk sein, das aktuell mit Gas betrieben wird. Gemäss Protokoll läuft die Anlage zwar, erfordert allerdings einen hohen Wartungsaufwand. Bis 2040 soll die Stadtverwaltung und ihre Tätigkeiten netto keine Treibhausgase mehr ausstossen, wie der Stadtrat kürzlich infolge eines parlamentarischen Vorstosses entschied. Um dieses Ziel einhalten zu können, «ist ein zukunftsfähiges Energiekonzept erforderlich, das die Ökologie und auch die Ökonomie verbessert». Laut Baudirektionsleiter Schneider wird mit der Machbarkeitsstudie auch geprüft, ob Dritte wie die Städtische Betriebe als Investor auftreten sollen und die Stadt dann von ihnen die Wärme abkauft. Beim Blockheizkraftwerk sind nämlich noch sieben weitere städtische Liegenschaften wie das Hübelischulhaus, das Haus der Museen und Private per Fernwärme angeschlossen.

Im Erdgeschoss sei neben den undichten Glasscheiben und defekten Abdichtungen auch die ungenügende Behaglichkeit, der zum Teil raumhohen Verglasungen zu betrachten, heisst es weiter. Auch die Lüftungsanlagen, die meistens ohne Wärmerückgewinnung funktionierten, entsprächen nicht mehr dem Energiegesetz. Und die bestehende Beleuchtung soll auf LED-Technologie umgerüstet werden. Ferner sind in der Tiefgarage Ladestationen für Elektroautos vorgesehen. Nicht zuletzt sollen die Büroräume und der Parlamentssaal umgebaut werden, um laut Protokoll «eine zeitgemässe Dienstleistung anbieten zu können».

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