Olten
Ein Riesenrad als Trostpflaster scheint zu wenig – Stadtrat muss über «Chilbi light» nachdenken

Eigentlich ist die Oltner Chilbi 2021 abgesagt. Das Riesenrad soll dennoch aufgebaut werden. Der Stadtrat muss nun aber prüfen, ob und wie die Chilbi durchgeführt werden kann.

Urs Huber
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Wie sieht eine «Chilbi light» aus? Vielleicht gibt’s darauf heuer eine Antwort.

Wie sieht eine «Chilbi light» aus? Vielleicht gibt’s darauf heuer eine Antwort.

Bruno Kissling

Die SVP der Stadt Olten ist mit ihrem dringlichen Antrag durchgedrungen. Mit 17 zu 16 Stimmen überwies das Parlament mit hauchdünnem Vorsprung den Auftrag an den Stadtrat, wie die «abgesagte Chilbi doch noch im Sommer, zu einem späteren Zeitpunkt im Herbst oder allenfalls in einer abgespeckten Version durchgeführt werden könnte». So nämlich las sich der von Fraktionssprecher Matthias Borner unterzeichnete Vorstoss.

Absage bereits Mitte Mai erfolgt

Bereits Mitte Mai hatte der Stadtrat entschieden, auch die Chilbi 2021 abzusagen und später angekündigt, ein Riesenrad zum Chilbiwochenende sorge für ein kleines Trostpflaster. Nicht zur Freude Borners. Er argumentierte in seinem Vorstoss vom 25. Mai, mittlerweile seien mindestens 30 Prozent der Menschen einmal geimpft.

Zu erwarten sei, dass diese Zahl bis Ende Juni auf 50 bis 75 Prozent ansteige. «Es hätte durchaus eine kreative Lösung für eine ‹Chilbi light› gegeben», bilanzierte er. Und mit einem Seitenhieb Richtung Exekutive: «Eine Absage ist immer die einfachste Variante.»

Der Stadtrat hatte sich – ohne als «Spassbremse» verstanden werden zu wollen – gegen den SVP-Vorstoss gestemmt. Die zu treffenden Sicherheitsvorkehrungen würden in keinem Verhältnis stehen, meinte er, während etwa Heinz Eng (FDP) diese Vorkehrungen bereits mit einem Tropfenzähler und einem Securitas-Mann an den jeweiligen Eingangstoren erfüllt sah. Ebenfalls widersprachen Parlamentsvertretende der stadträtlichen Haltung, gemäss eigener Recherche herrsche in der Stadt doch verbreitet die Meinung vor: lieber keine Chilbi als bloss eine halbe.

Viele Vereine seien bereit, selber etwas auf die Beine zu stellen, wurde da ins Feld geführt (Deny Sonderegger, FDP), während andere vor Engagements mit kurzer Vorlaufzeit (Daniel Kissling, Olten jetzt!) warnten und sich vom Auftrag der SVP distanzierten. Die Meinungen verliefen auch innerhalb der Fraktionen durchaus divergent. Enthaltungen übrigens gab’s keine. Das mag man als Zeichen dafür werten, dass die Chilbi niemandem im Parlament egal ist.

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